Rechte Parteien nutzen Nachbarschaftshilfe für Propaganda

München (dpa/lby) - Rechte Parteien und Organisationen in Bayern nutzen die Corona-Krise, um mit vermeintlicher Nachbarschaftshilfe neue Anhänger zu gewinnen. Das zeigt eine Antwort von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Cemal Bozoglu (Grüne).
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Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, spricht im bayerischen Landtag während einer Plenarsitzung. Foto: Sven Hoppe/dpa
dpa Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, spricht im bayerischen Landtag während einer Plenarsitzung. Foto: Sven Hoppe/dpa

München (dpa/lby) - Rechte Parteien und Organisationen in Bayern nutzen die Corona-Krise, um mit vermeintlicher Nachbarschaftshilfe neue Anhänger zu gewinnen. Das zeigt eine Antwort von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Cemal Bozoglu (Grüne). Besonders aktiv sei die rechtsextreme Partei Der Dritte Weg, die mittlerweile in den Regionen München, Erlangen und Bamberg Hilfe im Alltag oder beim Einkaufen anbiete.

"Aktivisten sehen die Krise als Chance, durch Selbstdarstellung als soziale Organisation, die sich um die Probleme der "kleinen" Leute kümmert, Anhänger zu gewinnen", heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt. Das Angebot des Dritten Weges etwa laufe unter der Überschrift "Solidarität für Deutsche".

"Ich warne ausdrücklich vor diesen völkischen Trittbrettfahrern, die auch in der Krise ihr rassistisches Süppchen kochen", mahnte Bozoglu laut Mitteilung. Das Innenministerium forderte er auf, die rechte Szene intensiv zu beobachten und die Bevölkerung über solche "vergifteten Hilfsangebote" zu informieren.

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