Polizeigewerkschaft begrüßt verschärftes Gesetz gegen Gaffer

Die Deutsche Polizeigewerkschaft reagiert mit großer Zufriedenheit auf die Gesetzesverschärfung: Es ist künfitg eine Straftat, Unfallopfer zu filmen oder zu fotografieren.   
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Kirchroth/Bayern: Schaulustige fotografieren neben einer Lärmschutzwand mit ihren Smartphones eine Unfallstelle. Fotos von Unfall-Toten sowie heimliche Aufnahmen unter Röcke und ins Dekolleté sollen härter bestraft werden.
Alexander Auer/dpa 3 Kirchroth/Bayern: Schaulustige fotografieren neben einer Lärmschutzwand mit ihren Smartphones eine Unfallstelle. Fotos von Unfall-Toten sowie heimliche Aufnahmen unter Röcke und ins Dekolleté sollen härter bestraft werden.
Jürgen Köhnlein, bayerischer Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG).
Deutsche Polizeigewerkschaft 3 Jürgen Köhnlein, bayerischer Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG).
Die DPolG hatte mit ihrer Initiative "Gaffer - shame on you" und bei der Aktion #gaffengehtgarnicht über eine Million Aufkleber mit der wichtigen Botschaft gegen diese Umtriebe an Unfallstellen verteilt.
Deutsche Polizeigewerkschaft 3 Die DPolG hatte mit ihrer Initiative "Gaffer - shame on you" und bei der Aktion #gaffengehtgarnicht über eine Million Aufkleber mit der wichtigen Botschaft gegen diese Umtriebe an Unfallstellen verteilt.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft reagiert mit großer Zufriedenheit auf die Gesetzesverschärfung: Es ist künftig eine Straftat, Unfallopfer zu filmen oder zu fotografieren. 

München - Wer verstorbene Unfallopfer fotografiert oder filmt, begeht künftig eine Straftat. Jürgen Köhnlein, der bayerische Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüßt die jetzt vom Deutschen Bundestag verabschiedete Gesetzesverschärfung.

"Damit wurde eine DPolG Forderung nach einem härteren Vorgehen gegen filmende und fotografierende Gaffer an Unglücksstellen endlich umsetzt. Es wird dadurch ein klares Zeichen gesetzt und Rechtsklarheit geschaffen", sagt Köhnlein. Er betont, dass die Täter nun mit einer Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen müssen. Nach bisheriger Rechtslage drohte dafür nur ein Bußgeld.

Jürgen Köhnlein, bayerischer Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG).
Jürgen Köhnlein, bayerischer Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). © Deutsche Polizeigewerkschaft

Fotografieren von toten Unfallopfern: Gesetzeslücke geschlossen

Der § 201a StGB verbietet zwar schon Foto- und Filmaufnahmen von verletzten Unfallopfern, bei toten Unfallopfern gab es bis dato diese Gesetzeslücke. "Die Würde des Menschen endet nicht mit dem Tod", betont Köhnlein.

Über 400.000 Verkehrsunfälle passieren in Bayern jedes Jahr. An den Unfallstellen tummeln sich Schaulustige, die filmen und Fotos machen. "Für Angehörige ist es eine schwere Belastung, wenn diese pietätlosen Bilder oder Filme der Toten später in den Sozialen Medien kursieren. Dass hier Persönlichkeitsrechte der Opfer verletzt werden, wird oft ignoriert", so Köhnlein.

Die DPolG hatte mit ihrer Initiative "Gaffer - shame on you" und bei der Aktion #gaffengehtgarnicht über eine Million Aufkleber mit der wichtigen Botschaft gegen diese Umtriebe an Unfallstellen verteilt.
Die DPolG hatte mit ihrer Initiative "Gaffer - shame on you" und bei der Aktion #gaffengehtgarnicht über eine Million Aufkleber mit der wichtigen Botschaft gegen diese Umtriebe an Unfallstellen verteilt. © Deutsche Polizeigewerkschaft

DPolG-Initiative für mehr Respekt: "Gaffer - shame on you"

Es sei wichtig, dass die Polizei aufgrund der neuen Rechtslage bereits einschreiten könne, wenn Schaulustige am Unfallort ihr Smartphone zücken. "Und die schlimmste Folge für die Gaffer ist immer noch, wenn wir das Smartphone sicherstellen."

Die DPolG hatte mit ihrer Initiative "Gaffer - shame on you" und bei der gemeinsamen Aktion #gaffengehtgarnicht mit Bayern 3, dem ADAC und dem Landesfeuerwehrverband über eine Million Aufkleber mit der wichtigen Botschaft gegen diese Umtriebe an Unfallstellen verteilt und versucht damit das Bewusstsein bei den Menschen zu schaffen, mehr Respekt zu zeigen.

Lesen Sie hier: Entwarnung nach Bombendrohung im Augsburger Rathaus

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