Polizei entdeckt Waffen und Munition bei Reichsbürger

Die Polizei in Hof hat einen sogenannten Reichsbürger festgenommen, der im letzten Jahr ein Auto angezündet haben soll. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung konnten die Beamten mehrere scharfe Waffen und Munition finden.
| AZ/dpa
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Der Reichsbürger ließ sich am Sonntag widerstandslos festnehmen. (Symbolbild)
dpa Der Reichsbürger ließ sich am Sonntag widerstandslos festnehmen. (Symbolbild)

Hof - Nach einer Brandstiftung im Oktober des letzten Jahres ist ein 61-jähriger Mann aus Hof ins Visier der Kriminalbeamten geraten. Der Tatverdächtige war den Ermittlern bereits als möglicher Reichsbürger bekannt. In der vergangenen Woche durchsuchten die Beamten die Räumlichkeiten des Mannes – der Verdacht erhärtete sich, außerdem fanden sie Waffen und Munition beim 61-Jährigen.

Reichsbürger war bei Festnahme bewaffnet

Neben drei scharfen Langwaffen und über 2.000 Schuss dazugehöriger Munition entdeckten die Ermittler unter anderem auch noch mehrere gefälschte Autokennzeichen sowie eine Blaulichtvorrichtung für ein Auto. Während der Durchsuchung war der Mann nicht zu Hause.

Nachdem das Waffenarsenal sichergestellt werden konnte, musste die Hofer Polizei den Verdächtigen ausfindig machen. Am Sonntag konnte der 61-Jährige im Stadtgebiet widerstandslos festgenommen werden. Der Mann war bei seiner Festnahme bewaffnet, er führte eine geladene scharfe Schusswaffe und eine geladene Schreckschusswaffe mit sich.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hof erging gegen den Festgenommenen am Montagnachmittag Haftbefehl wegen Brandstiftung sowie wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Er sitzt mittlerweile in einer Justizvollzugsanstalt ein.

Herrmann: Knapp 4.000 Reichsbürger in Bayern

In Bayern sind den Behörden zufolge derzeit rund 3.850 sogenannte Reichsbürger bekannt. Bei weiteren rund 1.400 Personen sind nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Überprüfungen wegen eines Verdachts noch nicht abgeschlossen. "Wir gehen weiter aktiv und konsequent gegen die Reichsbürgerszene vor", sagte er am Mittwoch im Innenausschuss des bayerischen Landtags. Generell seien bei der Bekämpfung viele Fortschritte zu verzeichnen.

Darüber hinaus sei bislang 269 Reichsbürgern das Recht auf Waffenbesitz entzogen worden, dabei wurden bis Ende 2017 607 Waffen eingezogen, betonte Herrmann. Ferner sei gegen 18 bayerische Beamte wegen ihrer Zugehörigkeit zur Reichsbürgerszene Disziplinarverfahren eingeleitet worden, darunter acht aktive Polizisten.

Laut Herrmann bestehe der harte Kern der Szene in Bayern aus rund 350 Personen, 60 davon seien dem rechtsextremistischen Spektrum zuzuordnen. Bundesweit gebe es einer bundesweiten Erhebung zufolge rund 15.000 sogenannte Reichsbürger, darunter 900 Rechtsextreme.

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