Polizei beschlagnahmt Cannabisprodukte bei Lidl

Die Polizei stellt in einem Lidl-Markt Süßigkeiten mit Cannabis sicher. Die Proben werden derzeit beim LKA im Labor untersucht. Der Discounter nimmt das Sortiment offenbar aus Regalen.
| Ralph Hub, Helmut Reister
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Cannabis-Süßigkeiten im Glas.
Cannabis-Süßigkeiten im Glas. © privat

Rosenheim - In bunten Prospekten hatte Lidl kürzlich noch die neuen Aktionsartikel angepriesen. Das Sortiment soll laut Werbung 21 Produkte umfassen - unter anderem mit "Cannabis-Cookies", "Cannabis-Energy-Drinks" und "Hash-Brownies".

Der Discounter hat mit einem Start-up-Unternehmen eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Rund 1,5 Millionen CBD- und THC-freie Artikel von "The Green Dealers" sollen an Lidl-Filialen ausgeliefert werden. Die Cannabis-Produkte machen nicht high, so verspricht es zumindest das Unternehmen.

Hanfprodukte sorgen immer wieder für Ärger mit der bayerischen Justiz

Im Gegensatz zu Cannabis-Drogen enthalten die Cookies, Riegel und Drinks angeblich kein Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD). Es gebe keine berauschende oder gesundheitsfördernde Wirkung, verspricht die Werbung. Überzeugen sollen die Artikel alleine durch ihren Hanf-Geschmack und ihre spezielle Aufmachung.

So lagen die Cannabis-Produkte Anfang der Woche noch im Regal
So lagen die Cannabis-Produkte Anfang der Woche noch im Regal © privat

Versprechungen mit denen schon früher andere Firmen versucht haben, Cannabis- oder Hanfprodukte auf den Markt zu bringen. So gut wie immer gab es dabei Ärger mit der bayerischen Justiz.

Ermittlungen wegen harmlosem Hanf-Tee

Betreiber von Hanfläden wie die Kette "Hanf im Glück" mussten schon mehrmals erleben, dass ihre Ware in Münchner Läden beschlagnahmt wurde. Selbst gegen Anbieter von harmlosen Hanf-Tee und ähnlichen Produkten wurde wegen bandenmäßigen Rauschgifthandels bereits ermittelt.

Ein Cannabis-Energiedrink.
Ein Cannabis-Energiedrink. © privat

Am Montag dieser Woche reagierten die Ermittlungsbehörden auf das Angebot von Lidl. Die Polizei beschlagnahmte in einer Filiale in Rosenheim eine Reihe verschiedener Cannabisprodukte. "Es wurden mehrere Artikel sichergestellt.", sagte Polizeisprecher Stefan Sonntag vom zuständigen Polizeipräsidium in Rosenheim am Donnerstag auf eine Anfrage der Abendzeitung.

LKA München untersucht Lidl-Produkte

Die Süßigkeiten und Drinks wurden bereits weiter ins kriminaltechnische Labor zum Landeskriminalamt nach München geschickt. Dort sollen die Proben auf möglicherweise enthaltene verbotene Inhaltsstoffe hin untersucht werden. Bis ein Ergebnis der Untersuchungen vorliegt, können noch Wochen vergehen.

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Oberstaatsanwalt Björn Pfeifer von der Staatsanwaltschaft Traunstein bestätigte am Donnerstag ebenfalls, dass Produkte beschlagnahmt wurden. Weitere Angaben machte der Behördensprecher nicht.

Schokolade für Cannabis-Fans.
Schokolade für Cannabis-Fans. © privat

Lidl reagierte auf die Aktion der Ermittlungsbehörden umgehend und hat offenbar bereits die Cannabis-Artikel wieder aus dem Sortiment entfernt. Die AZ hat sich stichprobenartig in mehreren Filialen in München und dem Umland umgesehen. In keinem der Märkte gab es die Cannabisprodukte noch zu kaufen. Die Regale sind statt dessen mit anderen Waren gefüllt.

Lidl bestätigt: Cannabisprodukte aus dem Verkauf genommen

Lidl bestätigte der AZ am Freitag, dass die Produkte aus dem Verkauf genommen wurden: "Wir können bestätigen, dass die Behörden derzeit eine Untersuchung einzelner Produkte aus unserem zeitlich begrenzten Aktionssortiment mit Hanfprodukten veranlasst haben. Wir haben vorsorglich alle Artikel aus dem Verkauf genommen und arbeiten eng mit den Behörden zusammen. "

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