Polit-Hammer: Pauli gegen Beckstein

Ernsthaftes Comeback oder nur ein PR-Gag? Fürths Ex-Landrätin Gabriele Pauli will die CSU-Mehrheit brechen – und ist in ihrer neuen Partei schon umstritten.
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Damals kämpften sie noch Seite an Seite: Gabriele Pauli und Günther Beckstein auf dem CSU-Bezirksparteitag im Mai 2007. Jetzt treten sie gegeneinander an.Foto: dpa
az Damals kämpften sie noch Seite an Seite: Gabriele Pauli und Günther Beckstein auf dem CSU-Bezirksparteitag im Mai 2007. Jetzt treten sie gegeneinander an.Foto: dpa

NÜRNBERG - Ernsthaftes Comeback oder nur ein PR-Gag? Fürths Ex-Landrätin Gabriele Pauli will die CSU-Mehrheit brechen – und ist in ihrer neuen Partei schon umstritten.

Polit-Comeback des Jahres oder nur ein PR-Gag? Fürths Ex-Landrätin Gabriele Pauli tritt bei der Landtagswahl im Herbst als Gegenkandidatin von Ministerpräsident Günther Beckstein an – für die Freien Wähler (FW)!

Die Partei nominierte die 50-Jährige am Wochenende für den Stimmbezirk Nürnberg-Nord. Pauli war im November 2007 aus der CSU ausgetreten und am 30. April dieses Jahres als Landrätin verabschiedet worden. „Ich möchte noch einmal etwas anderes machen“, so Pauli damals. Doch in ihrer neuen politischen Heimat gibt’s schon Zoff: FW-Landeschef Hubert Aiwanger ätzte gestern gegen die prominente Kandidatin, die das Zugpferd seiner Freien in Nürnberg werden soll: „Wir sind nicht glücklich darüber! Aber wir werden nicht dagegen einschreiten, sondern erwarten, dass Frau Pauli sich bei uns einfügt.“

Die CSU reagierte dagegen betont gelassen auf die Kandidatur Paulis: „Wen andere Parteien aufstellen, ist deren Sache. Wir setzen auf unseren starken Ministerpräsidenten“, so Bezirks-Chef Markus Söder. Beckstein selbst sagte, er sei „nicht furchtbar ängstlich“ über die Kandidatur.

Die unberechenbare Rebellin

Hinter den Kulissen jedoch dürften die Sorgen vor der unberechenbaren Rebellin größer sein. Zwar erwartet niemand ernsthaft, dass Paulis Ergebnis über fünf Prozent liegt. Genau die aber könnten Beckstein am Ende zum Gewinn des seit jeher umkämpften Wahlkreises fehlen: 2002 hatte Beckstein in Nürnberg-Nord gegen SPD-Kandidat Christian Vogel gewonnen, zuvor aber zwei Mal das Duell gegen Renate Schmidt verloren.

Eine Schlappe des amtierenden Ministerpräsidenten gegen SPD-Nobody Jonas Lanig freilich hätte in der CSU verheerende Wirkung. Und diese Aussicht löst bei den Wahlkampf-Strategen der CSU bereits jetzt Panik aus: „Das ist das Letzte, was wir jetzt noch brauchen können“, so ein Vorstandsmitglied zur AZ.

Zumal auch im Osten Ex-CSU-Stadtrat Hartmut Beck dem Landtagsabgeordneten Hermann Imhof ein paar Stimmen wegnehmen könnte. Die anderen FW-Kandidaten: Jürgen Dörfler (West) und der frühere Schulreferent Dieter Wolz im Süden.

Andreas Hock

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