Passau: Wieder Tausende Flüchtlinge erwartet

Bis zum Nachmittag ist es am Freitag an den Grenzübergängen im Raum Passau ruhig. Erst abends sollte die große Zahl von Flüchtlingen ankommen. Die Ös
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Flüchtlinge in Passau.
dpa Flüchtlinge in Passau.

Bis zum Nachmittag ist es am Freitag an den Grenzübergängen im Raum Passau ruhig. Erst abends sollte die große Zahl von Flüchtlingen ankommen. Die Österreicher haben dafür bereits ein großes Zelt am Übergang in Wegscheid aufgebaut. Es wird eine lange Nacht.

Wegscheid/Passau - Im Grenzraum Passau haben sich die Einsatzkräfte am Freitag auf eine lange Nacht eingerichtet. Bis zum frühen Nachmittag seien erst 700 der angekündigten 4500 Flüchtlinge angekommen, sagte der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Freyung, Frank Koller. "Eine Vielzahl der angemeldeten 76 Busse wird wohl erst am Abend kommen." Einen Grund, warum die österreichischen Behörden die Busse erst so spät losschicken, konnte er nicht nennen.

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Schwerpunkt der Flüchtlingstransporte aus Österreich dürfte der Grenzübergang Wegscheid bei Passau bleiben. Am Freitag hatten die österreichischen Behörden dort ein großes Zelt für 1000 Flüchtlinge aufgebaut. Das 100 Meter lange und zehn Meter breite Zelt ist winterfest, hat einen durchgehenden Holzboden gegen die Kälte von unten und kann beheizt werden.

In den vergangenen Tagen hatten am Übergang Wegscheid Tausende Flüchtlinge, darunter viele Kinder, auf einer feuchten Wiese auf ihre Weiterfahrt nach Deutschland gewartet. Besonders am Abend ist es dort auf 700 Meter Höhe empfindlich kalt.

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Dabei war am Donnerstag erstmals seit Tagen die Zahl der Flüchtlinge an den Grenzen im Raum Passau etwas zurückgegangen. Am Hauptbahnhof Passau sowie den beiden Übergängen Passau-Achleiten und Wegscheid waren insgesamt etwa 5540 Menschen angekommen, in den Vortagen waren es jeweils rund 6500. Die Notquartiere, zu denen die Migranten als erstes gebracht werden, waren am Freitagmorgen rasch geräumt.

Auf deutscher Seite ist das Hauptproblem inzwischen erkannt und soll bald gelöst werden. Zur schnelleren Verteilung der Flüchtlinge im Raum Passau sollen 100 Busse in der Drei-Flüsse-Stadt stationiert werden. Die Koordinierungsstelle Flüchtlingsverteilung des Bundesinnenministeriums habe zugesagt, die Transportkapazitäten in dem Grenzraum von derzeit 4500 auf etwa 7000 Menschen täglich zu erhöhen, teilte die Stadt Passau am Freitag mit. Dabei solle der Hauptbahnhof München mit einbezogen werden. Der Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) hatte sich in an die Koordinierungsstelle gewandt, nachdem sich die Flüchtlingssituation in Passau in dieser Woche verschärft hatte.

Hauptursache für die Verschärfung der Situation sei nicht in erster Linie die Anzahl der ankommenden Flüchtlinge, sondern es seien die Defizite in der Weiterleitung, hatte Dupper betont. Die Kapazitäten an Zügen und Bussen seien unzureichend. "Außerdem findet der Zustrom hauptsächlich in den Abend- und Nachtstunden statt, deshalb ist gerade in dieser Phase eine schnelle Weiterleitung unbedingt notwendig."

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