Nürnberg weint

„Dieser Abstieg hat mich schwer getroffen und ist für mich irgendwie unfassbar". Der Club in der Zweiten Liga. Da bleibt nur Enttäuschung, Zorn und Trauer bei den prominenten Fans.
| Abendzeitung
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Das heulende Elend auf den Rängen des EasyCredit-Stadions nach dem Abpfiff. Mit den Anhängern des Club trauern auch viele Nürnberger Promi-Fans.
az Das heulende Elend auf den Rängen des EasyCredit-Stadions nach dem Abpfiff. Mit den Anhängern des Club trauern auch viele Nürnberger Promi-Fans.

„Dieser Abstieg hat mich schwer getroffen und ist für mich irgendwie unfassbar". Der Club in der Zweiten Liga. Da bleibt nur Enttäuschung, Zorn und Trauer bei den prominenten Fans.

Maja Sommerlund, frischgebackene Deutsche Meisterin mit den FCN-Handballerinnen: „Ich war mit im Stadion und bin natürlich sehr traurig darüber, dass der Club abgestiegen ist. Es wäre cool gewesen, wenn es doch geklappt hätte. Aber im Stadion kam einfach rüber, dass die Einstellung der Spieler nicht gestimmt hat. Eigentlich sagt man, die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass die Hoffnung bei den Spielern schon früher gestorben war. Es fehlte die kämpferische Leistung. Und das ist ärgerlich für die Fans und alle, die gern zum Fußball gehen.“

Oberbürgermeister Ulrich Maly: „Ich würde offiziell das Wort Sch... in den Mund nehmen. Wir haben es nicht im letzten Spiel vergeigt, sondern schon vorher Tore und Punkte liegen gelassen. Es bleibt mir ein Rätsel, wie eine Mannschaft, die Pokalsieger wurde, so abstürzen kann. Was bleibt, ist eine möglichst schnelle Rückkehr in die Bundesliga mit einem soliden Neuaufbau.“

Kabarettistin Lizzy Aumaier: „Ich hatte einen Auftritt und habe zwischendurch das Spiel immer wieder im Radio verfolgt. Wir waren wirklich entsetzt. Man muss dazusagen, dass ich eigentlich kein so besonders fußballbegeisterter Mensch bin, aber mit dem Verein leide ich immer mit, zumal der FCN ja auch noch so viel Pech hatte. Wenn jemand Tränen trocknen will, dann soll er mir einfach eine E-Mail schreiben. Dann machen wir eine Selbsthilfegruppe. Jetzt wird es aber wenigstens in der nächsten Saison zwei Mal spannend – gegen die Fürther.“

Immobilien-Kaufmann und Ex-Club-Präsident Gerd Schmelzer: „Das tut mir alles wahnsinnig leid. Aber ich gehöre nicht zu den schlauen Leuten, die hinterher nachtreten, wenn’s schief gegangen ist. Ich denke, man hat zwei Dinge falsch gemacht. Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass es falsch ist, Torhüter Schäfer gehen zu lassen – als Mannschafts-Kapitän! Wir wären mit Schäfer nicht abgestiegen. Blazek dagegen hatte massive Integrationsprobleme. Und zweitens fand ich den Zeitpunkt für die Entlassung von Trainer Hans Meyer falsch gewählt. Entweder ich entlasse ihn schon in der Winterpause – oder ich habe noch Geduld. Keine Frage: Der Club ist für mich Top-Favorit für den Wiederaufstieg. Dennoch wird es nächste Saison schwerer, weil der Drittplatzierte der 2. Liga in die Relegation mit dem 16. der Bundesliga muss.“

Promi-Bodyguard Peter Althof: „Ich war mir sicher, dass es passiert und bin jetzt trotzdem traurig über den Abstieg. Entweder waren die Schalker so gut oder wir so schlecht. Auf jeden Fall waren sie dann auch noch vom Glück verlassen. Aber ich bin der Meinung, wir hätten mehr Gas geben können. Vielleicht hätte man Hans Meyer nicht entlassen sollen. Danach ist man immer schlauer. Trotz allem: Den Club muss man aber weiter unterstützen.“

Peter Murrmann, Leiter des Bürgermeisteramts: „Es ist einfach nur schade. Der Club hätte die Punkte nicht erst am Samstag machen müssen, sondern viel eher. Chancen hätte sie genug gehabt, um sich den Klassenerhalt zu erkämpfen. Für einen Neuanfang kommt es darauf an, wie die Mannschaft zusammengesetzt wird. Ich persönlich würde begrüßen, am Trainer festzuhalten. Ein neuerlicher Bruch wäre kein idealer Start für Zweite Liga. Der Wiederaufstieg wäre natürlich schön, vor allem, was das Image anbelangt. Auch wenn es keinen wirtschaftlichen Einfluss auf die Dinge in der Region hat – es wäre einfach schön für das Gefühl...“

Gregor Lemke, Wirt vom Bratwurst Röslein: „Ich mache zur Zeit mit meiner Familie Urlaub in Meran. Das Spiel haben wir natürlich nicht verpasst – sondern konnten es zusammen mit anderen Nürnbergern als Konferenz-Schaltung auf Premiere ansehen. Ich hatte sogar extra mein Club-Trikot angezogen. Aber das hat leider auch nix geholfen. Jetzt hoffe ich, dass es schnell wieder aufwärts geht. Eine Region wie Nürnberg hat einfach verdient, dass nicht unterklassige Vereine in unserem schönen Stadion spielen.“

„Hax'n Liebermann"-Wirt Fritz Stahlmann: „Ich war bei allen Heimspielen im Stadion. Wir hätten es schaffen können, hatten sechs 100prozentige Chancen. Aber ich hatte dabei den Eindruck: Es war zwar eine Mannschaft, aber es war keine Mannschaft. Es fehlte irgendwie die Verständigung, die Spieler passten nicht zusammen, der Weggang der vermeintlich schwächeren Schäfer und Schroth war wohl nicht so gut. Noch ein Problem: Die Euphorie im Stadion war unglaublich. Aber von denen, von denen man es erwartet hat, da kam nix. Natürlich werde ich weiter zum Club halten, ich hoffe nur, dass wir nicht durchgereicht werden. Das Gschmarri vom Wiederaufstieg glaube ich nicht.“

Kabarettist und Greuther Fürth-Fan Volker Heißmann: „Schade, sehr schade. Ich bin gerade wieder in Berlin und war letztes Jahr in Berlin dabei, als der Club Pokalsieger geworden ist. Da gab es Freudentränen bei den Fans, jetzt sind alle traurig. Andererseits verstehe ich manche Cluberer wirklich nicht: Ich als Fürther mit Dauerkarte hatte einem FCN-Fan letzte Woche gesagt, dass im Moment sogar die Fürther den Nürnbergern die Daumen drücken. Der sagte dann zu mir: Darauf können wir verzichten. Hochmut kommt vor dem Fall. Jetzt sind sie abgestiegen. Wenn der Club jetzt in der Zweiten Liga spielt, bin ich natürlich Kleeblättler. Die sechs Punkte holen wir uns!“

Markus Söder, Europaminister, FCN-Aufsichtsrat und designierter CSU-Chef in Nürnberg: „Dieser Abstieg hat mich schwer getroffen und ist für mich irgendwie unfassbar – vor allem, weil die Leistungen in diesem Jahr nach der so erfolgreichen vergangenen Saison so nicht zu erwarten waren. Ich bin tief enttäuscht und muss mich erst einmal an den Gedanken gewöhnen, wieder in der Zweiten Liga spielen zu müssen. Jetzt muss der Verein alles daran setzen, sofort wieder aufzusteigen – allein schon wegen der Fans, die einfach die Bundesliga verdient haben.“

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren