„Nürnberg ist die beste Mannschaft“

Dennoch ist der Löwen-Trainer überzeugt, dass seine Münchner am Sonntag gegen den Club gewinnen, denn: „Wir haben ein Heimspiel“
| Abendzeitung
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Ex-Club-Profi Marco Kurz als nachdenklicher  Löwen-Trainer:  Die personellen Probleme und die fehlende Konstanz seiner Mannschaft machen ihm zu schaffen.
firo/AK Ex-Club-Profi Marco Kurz als nachdenklicher Löwen-Trainer: Die personellen Probleme und die fehlende Konstanz seiner Mannschaft machen ihm zu schaffen.

Dennoch ist der Löwen-Trainer überzeugt, dass seine Münchner am Sonntag gegen den Club gewinnen, denn: „Wir haben ein Heimspiel“

AZ: Wie lebt es sich denn in München?

MARCO KURZ: Sehr gut, die Stadt ist schön. Wir, meine Frau Nicole und unsere zwölf- und neunjährigen Töchter Melissa und Luisa, wohnen ja schon sehr viele Jahre hier – in einem recht hübschen Häuschen mit netten Nachbarn.

Wie bitte? München ist schöner als Nürnberg?

Na ja, wir sind eben hier sesshaft geworden. Wobei Nürnberg immer noch zu unserem Lebensmittelpunkt gehört. Meine Frau und die Schwiegereltern kommen von dort. Und Melissa ist in Nürnberg geboren. Ich bin immer sehr gerne auch in Eurer Stadt.

Kurz: Trainer ist ein Fulltime-Job

2004, mit 35 Jahren, haben Sie die Seiten gewechselt, waren zunächst Spielertrainer in Pfullendorf, eine Saison später nur noch Trainer. Welcher Beruf ist denn angenehmer? Der als von allen Seiten umsorgter Profi oder der als verantwortlicher Trainer?

Beides sind Traumberufe, wobei man als Trainer sehr viel mehr Aufgabenbereiche abdecken muss. Als Profi trägst du nur gegenüber dir selbst und deinem Körper Verantwortung. Als Trainer bist du verantwortlich für eine ganze Mannschaft, ein riesiges Umfeld, besonders die Fans. Es ist ein Fulltime-Job. Ich müsste ihn ja nicht machen. Schließlich weiß man, was alles auf einen zukommt. Aber ich lebe sehr gut damit.

Sportlich nicht immer. Wird Ihnen manchmal nicht schwindlig von der Achterbahnfahrt, die Ihnen ihre Spieler zumuten? Stichwort: „verschenkter“ Aufstieg in der letzten Saison...

Ziel ist Aufstieg - mittelfristig!

Die abgelaufene Rückrunde will ich nicht mehr in unsere aktuelle Situation mit einbeziehen. Wir hatten, wie auch der Club, einen schlechten Start, befinden uns jetzt jedoch in einer guten Phase. Mit unserer Art und Weise der Spielanlage liegen wir im Soll. Leider nicht bei Aufwand und Ertrag. Uns fehlen Punkte, keine Frage. Wir hatten aber gerade bei den Leistungsträgern enormes Verletzungspech. Da ist der Club ganz anders bestückt – viel besser! Aber was Qualität und Erfahrung betrifft, befinden wir uns auf dem richtigen Weg.

Der wohin führen soll, wenn wir mal auf die finanziellen Sachzwänge bei den Löwen überleiten?

Ich bin nun mal bei einem Verein angestellt, in dem wir wirtschaftlich sehr, sehr großen Zwängen unterliegen. Deshalb wird es in der Winterpause auch keinen Neuzugang geben. Was nicht heißt, dass ich die Augen nicht offen halte. Aber derzeit können wir halt nicht alle unsere Pläne umsetzen.

Droht der Ausverkauf?

Die Frage stellt sich momentan für mich nicht. Natürlich müssen wir aufpassen, dass uns die jungen Leute nicht von der Fahne gehen. Wir müssen ihnen sportliche Perspektiven aufzeigen. Mittelfristig heißt das: der Aufstieg in die Erste Liga.

"Chhunly wird am Sonntag nicht spielen, davon bin ich überzeugt"

Dann immer noch in der ungeliebten Allianz Arena?

Ich kann die Diskussionen nicht nachvollziehen, auch wenn wir mittlerweile nicht mehr Partner der Bayern sondern Mieter sind. Ich wäre damals als Löwen-Profi froh gewesen, so ein „Wohnzimmer“ zu haben. Zu unserem Stadion gibt es keine Alternative. Punkt. Tatsache ist aber auch: Je mehr Punkte wir einfahren, desto lieber kommen die Zuschauer zu uns. Die Diskussionen um einen Wegzug – wobei es definitiv keinen Standort für ein Wohin gibt – kommen nur auf, wenn es sportlich nicht läuft.

Zuletzt haben die Ex-Löwen Daniel Baier mit Augsburg und Patrick Milchraum mit Aachen als Torschützen den Löwen jeweils drei Punkte gekostet. Sind Sie froh, dass Ex-Löwe Chhunly Pagenburg am Sonntag beim Club maximal auf der Bank sitzen wird?

Auf solche Dinge, wer wo mal gespielt hat und dann trifft, gebe ich nichts. Und Chhunly wird am Sonntag nicht spielen, davon bin ich überzeugt.

Schroth, das "Schnäppchen"

Dafür stehen mit Philipp Tschauner und Markus Schroth zwei ehemalige Cluberer im 1860-Kader. „Fips“ hat eine sensationelle Entwicklung hinter sich, „Schrothi“ mutiert dagegen zum Transfer-Flop.

Einspruch. Ein Flop ist nur jemand, der keine Leistung bringt. Markus ist seit eineinhalb Jahren verletzt, hat kein Spiel gemacht, würde uns im Sturm bestimmt helfen können. Doch sein Knorpelschaden im Knie wurde leider zu spät erkannt. Ich mache keinen Druck auf ihn, dann wäre ich ein schlechter Ratgeber. Er soll sich für sein Comeback die nötige Zeit nehmen. Mit Philipp muss ich mir auf der Torhüter-Position keine Sorgen machen. Klar, er war ein Schnäppchen (wechselte für läppische 150000 Euro Ablöse, vergrault von Ex-Trainer Hans Meyer, 2006 an die Isar, d. Red.). Aber er hat noch genügend Spielraum nach oben.

Was trauen Sie dem Club in dieser Saison zu?

Der 1. FCN ist jetzt in der Liga angekommen. Der Kader besitzt ein sehr gutes Format. Nürnberg ist die beste Mannschaft. Alles andere als der Aufstieg wäre enttäuschend – vor allem für die fantastischen Fans.

Und wer macht am Sonntag den entscheidenden Stich?

Wir Löwen haben ein Heimspiel. Also gewinnen wir.

Interview: Markus Löser

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren