Nostalgie und Hightech: Wiesnchef stellt Attraktionen vor

Siebeneinhalb Wochen sind es noch, dann heißt es in München wieder: O'zapft is. Die Vorbereitungen für das Oktoberfest laufen auf Hochtouren, das Programm steht - und ein neuer Wiesnchef hat die Geschäfte übernommen.
| dpa
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Oktoberfestbesucher drängen sich auf dem Festgelände.
Matthias Balk/dpa Oktoberfestbesucher drängen sich auf dem Festgelände.

München (dpa/lby) - Eine virtuelle Zeitenreise durch Dino-Welten und futuristische Städte, ein 90 Meter hohes Maibaum-Kettenkarussell, eine Ski-Party samt Schneekanonen-Attrappe und eine historische Bonbonmanufaktur: Das Oktoberfest 2019 wartet mit unterschiedlichsten Attraktionen auf und bringt dabei Nostalgie und Hightech unter einen Hut. Der neue Oktoberfestchef und Wirtschaftsreferent der Stadt München, Clemens Baumgärtner (CSU), stellte am Dienstag die Einzelheiten zur diesjährigen Wiesn vor.

Elektro-Tretroller sind erstmals ein Thema. Mit den kleinen Flitzern dürfen Besucher weder auf dem Festgelände noch auf den Straßen rund um der Theresienwiese fahren. Erneut gilt aus Sicherheitsgründen ein Verbot für große Taschen und Rucksäcke. Maximal erlaubte Größe: "Drei Liter oder drei Milchtüten groß darf die Tasche sein", sagte Baumgärtner. An den Eingängen wird kontrolliert. Über dem Festgelände gilt erneut ein Drohnenflugverbot.

Neu bei den Fahrgeschäften ist neben dem virtuellen Ausflug des Hobbyarchäologen Dr. Archibald und dem Riesen-Kettenflieger für Schwindelfreie auch eine Dreh-Achterbahn namens Heidi mit fast einem halben Kilometer Länge, bei der drehbare Gondeln mit einem Lift auf 13 Meter hinauf katapultiert werden. Die Wildwasserbahn Poseidon lockt laut Baumgärtner mit "griechisch-antiker Optik, ist aber trotzdem technisch auf neuestem Stand". Für Menschen, die sich nicht so gern durch die Luft wirbeln lassen, gibt es im Armbrustschützenzelt erstmals ein Schafkopf-Turnier. Schließlich gilt das Kartenspiel als Kulturgut und Ausdruck bayerischer Lebensart.

Informationen der Stadt als Veranstalterin stehen heuer auch auf der Internetseite oktoberfest.de. Die Portalgesellschaft als Tochter der Stadt hat die Seite von einem privaten Inhaber erworben. Was sie gekostet hat, blieb offen. Aber: "Sie war auf jeden Fall jeden Cent wert", sagte Baumgärtner. Ebenfalls zum ersten Mal können chinesische Gäste bei rund 50 Betrieben über das chinesische Onlinebezahlsystem Alipay ihre Maß oder ihr Hendl zahlen.

Die Vorbereitungen für das größte Volksfest der Welt laufen unterdessen auf Hochtouren. Seit gut zwei Wochen wird auf der Theresienwiese aufgebaut. Man sei "absolut im Zeitplan", sagte Baumgärtner. Die Bierzelte stehen schon fast, die Fahrgeschäfte folgen später.

Für Baumgärtner ist es die erste Wiesn als Festleiter. Er hatte im März die Nachfolge von Josef Schmid (CSU) angetreten, der in den Landtag einzog. "Es ist ein Jugendtraum, wenn man vom Wiesnbesucher zum Wiesnchef wird", sagte er. Zunächst wolle er die Linie seines Vorgängers fortsetzen. Wichtig sei ihm eine familienfreundliche und traditionelle Wiesn. "Es war ein Volksfest, es ist ein Volksfest, es soll ein Volksfest bleiben."

Baumgärtner warb vor allem für die Oide Wiesn im Südteil des Festgeländes, wo es mit historischen Fahrgeschäften, Blasmusik und einem Museumszelt zur Geschichte der Schaustellerei gemütlicher zugeht als auf dem sonstigen Festgelände. Denn die Oide Wiesn wird es im nächsten Jahr wegen des Zentral-Landwirtschaftsfestes der Bauern ausfallen, die aus historischen Gründen alle vier Jahre den Platz beanspruchen. "Nutzt es aus", mahnte Baumgärtner deshalb. Er hat auf der Oidn Wiesn auch schon sein Lieblingsstandl: Die Bonbonmanufaktur mit einem Verkaufswagen aus dem Jahr 1938, einer hundert Jahre alten Bonbonwalze und einer Lutschermaschine. "Da werd' ich schwach."

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