Nockherberg-Aufführung wegen Coronavirus verschoben

Eine weitere Veranstaltung wird wegen des Coronavirus vorerst abgeblasen - der Starkbieranstich auf dem Nockherberg wird nach langen Diskussionen verschoben.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen

München (dpa/lby) - Der Starkbieranstich auf dem Nockherberg mit satirischer Bußpredigt und anschließendem Singspiel wird wegen des Coronavirus' verschoben. Das teilte am Sonntag die veranstaltende Paulaner-Brauerei mit. Die Hoffnung, der Starkbieranstich könnte stattfinden, sei groß gewesen, sagte eine Sprecherin. "Da es keine öffentliche Großveranstaltung ist und es eine begrenzte Gästezahl von 560 gibt", sagte sie zur Begründung.

Der Corona-Krisenstab hatte bei der Nockherberg-Veranstaltung zahlreiche Coronavirus-Infektionsrisiken gesehen und dazu geraten, den Starkbieranstich abzusagen oder zu verschieben. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) verteidigte am Freitag diese Empfehlung und sagte: "Der Schutz der Bevölkerung hat für uns oberste Priorität."

Diese klare Empfehlung habe zu der Entscheidung geführt, die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden zu lassen, so eine Paulaner-Sprecherin. Das gelte auch für die Proben vor Publikum. Künstler und Mitarbeiter hätten sich seit Monaten vorbereitet und probten seit Wochen sehr intensiv. "Wir möchten, dass sie ihren verdienten Applaus bekommen."

Der Starkbieranstich auf dem Nockherberg vor Bayerns politischer Prominenz ist für viele im Freistaat ein Höhepunkt im Jahr. Auf bayerisch-deftige Weise werden die Politiker durch den Kakao gezogen und auf ihre Schwächen hingewiesen.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) begrüßte am Sonntag die Entscheidung der Paulaner-Brauerei. Am Samstag hatte er sich noch irritiert über eine Diskussion gezeigt, nach der zwar die Aufführung verschoben werden sollte, nicht aber die Proben. Wenn den geladenen Gästen, darunter Politikern, vom Freistaat dringend empfohlen werde, nicht teilzunehmen, verstehe er nicht, wieso die Proben vor Publikum stattfinden sollen. Wenn die Proben vor Zuschauern nicht abgesagt würden, gehe er davon aus, dass auch das Politiker-Derblecken in deren Anwesenheit stattfinden wird.

"Eine unterschiedliche Behandlung von Politikern und anderen Zuschauern wäre nicht nachvollziehbar gewesen", teilte Reiter am Sonntag mit. Zudem forderte er klare Vorgaben von Staatsregierung, Ministerium oder LGL, welche Veranstaltungen stattfinden können und welche nicht. "Die Menschen fragen sich zurecht, warum die einen Veranstaltungen abgesagt werden, andere nicht."

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren