Neue Umfrage zur OB-Wahl: CSU-Gsell kämpft sich ran

Eigentlich müsste Meinungsforscher Helmut Jung aus Hamburg dem Nürnberger WiSo-Wissenschaftler Reinhard Wittenberg Champagner schicken. Denn dessen Wahlstudie hat es Jung zu verdanken, dass ihm die Nürnberger CSU einen viele tausend Euro schweren Auftrag gab. Grund: Wittenbergs Zahlen sollten gerade gerückt werden. Dafür griff Nürnbergs CSU-Chef Günther Beckstein kurz vor der Kommunalwahl am 2. März tief in die Parteikasse.
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NÜRNBERG - Eigentlich müsste Meinungsforscher Helmut Jung aus Hamburg dem Nürnberger WiSo-Wissenschaftler Reinhard Wittenberg Champagner schicken. Denn dessen Wahlstudie hat es Jung zu verdanken, dass ihm die Nürnberger CSU einen viele tausend Euro schweren Auftrag gab. Grund: Wittenbergs Zahlen sollten gerade gerückt werden. Dafür griff Nürnbergs CSU-Chef Günther Beckstein kurz vor der Kommunalwahl am 2. März tief in die Parteikasse.

„Die Daten liegen abenteuerlich neben dem, was wir an Stimmung erleben. Das ist eine irreguläre Beeinflussung“, sagte Beckstein. „Deshalb musste ich in den sauren Apfel beißen.“ Denn: Jungs GMS-Institut gehört zu den Top-Adressen in der Republik und ist entsprechend teuer. Aber für die Nürnberger CSU-Macher ist das gerade gut genug. Sind die letzten zehn Tage vor der Wahl doch die wichtigsten, so Fraktions-Chef Michael Frieser.

Wittenberg sieht in seiner Wahlstudie OB Ulrich Maly (SPD) mit 78,7 Prozent weit vor CSU-Herausforderer Klemens Gsell mit 17,4% (AZ berichtete). Auch bei den Parteien liegt die SPD (47,4%) vor der CSU (34,7%) und den Grünen (8,1%).

Daten, an denen GMS-Forscher Jung zweifelt. „Schon der Methodenbericht zur WiSo-Studie wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet.“ Alleine die Entwicklung des Stichproben-Systems, das GMS und andere Institute nutzen, kostete 30 Millionen Euro. Und liefere bessere Ergebnisse. Die sehen in Jungs Studie so aus: 1010 repräsentativ ausgewählte Nürnberger wurden zwischen 11. und 13. Februar befragt. Bei der Stadtratswahl hätte die CSU zu diesem Zeitpunkt 39 Prozent erreicht, die SPD 35%, die Grünen 9%, die Linke Liste 5%, die Freien 3%, die Guten 2% und die Sonstigen 5%.

Erwartete Wahlbeteiligung bei 50 Prozent

Bei der OB-Wahl sehen alle befragten Wähler Maly mit 50,8% vor Gsell mit 34,5%. Jung filterte die Befragten heraus, die angaben, auf jeden Fall zur Wahl zu gehen. Das sind etwa 50 Prozent. Ein Wert, der der erwarteten Wahlbeteiligung entspricht. Hier hat Gsell die Nase mit 48,1% vor Maly mit 46,2%. Jungs Fazit: „Je nach Mobilisierung liegt eine Stichwahl im Bereich des Möglichen.“

„Diese Studie ist auch Motivation für uns“, so Nürnbergs SPD-Chef Christian Vogel. „Wir geben nochmal Vollgas, um unsere Wähler zu motivieren. Unser Ziel ist, dass Maly im ersten Durchgang die Wahl gewinnt.“

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