Nach Verzicht von Rinderspacher will Florian von Brunn neuer SPD-Fraktionschef werden

Nach dem Verzicht von Markus Rinderspacher auf eine neuerliche Bewerbung um den SPD-Fraktionsvorsitz hat ein erster Nachfolge-Kandidat seinen Hut in den Ring geworfen. 
| Natalie Kettinger
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SPD-Abgeordneter Florian von Brunn will die Nachfolge von Markus Rinderspacher antreten.
Sven Hoppe/dpa SPD-Abgeordneter Florian von Brunn will die Nachfolge von Markus Rinderspacher antreten.

Die Bayern-SPD kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Rücktritt von Markus Rinderspacher als Vorsitzender der Landtagsfraktion, hat am Dienstag der Münchner Abgeordnete Florian von Brunn seinen Hut in den Ring geworfen.

Er sei bereit, Führungsverantwortung zu übernehmen, schreibt der Umwelt- und Tierschutz-Experte in einer Mitteilung. Deshalb bewerbe er sich um die Nachfolge an der Parteispitze. "Wir brauchen einen personellen, inhaltlichen und organisatorischen Neuanfang. Ein Weiter-So kann und darf es nicht geben." Das Wahlergebnis zeige, dass es wieder viel klarer werden müsse, wofür die SPD in Bayern stehe.

Lob für Rinderspacher: "Mehr als ehrenhaft"

Rinderspachers Amtsverzicht nennt von Brunn "mehr als ehrenhaft". "Er übernimmt damit einen Teil der Verantwortung für das Landtagswahlergebnis, wenngleich allen bewusst sein muss, dass es dabei allein in der bayerischen SPD nicht bleiben darf." Im Gespräch mit der AZ hatte von Brunn bereits am Montag eine Neuwahl des gesamten Landesvorstands gefordert.

Von Brunn hatte 2017 auch für den Landesvorsitz kandidiert, war in einer Mitgliederbefragung aber hinter Natascha Kohnen auf Platz zwei gelandet.

Weitere Anwärter auf den Fraktionsvorsitz sind bislang nicht bekannt. Als mögliche Kandidatin wird derzeit jedoch Inge Aures gehandelt, zuletzt Landtagsvizepräsidentin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Den Chefposten strebt sie nach eigenen Angaben aber nicht an, wenn am kommenden Donnerstag darüber abgestimmt wird.

Von Brunn irritiert mit Vorstoß

"Ich habe nicht vor zu kandidieren", sagte die Kulmbacherin der AZ. Außerdem habe sie von Brunns Vorstoß irritiert. "Ich verstehe nicht, dass er das jetzt gemacht hat, wo noch nicht einmal endgültig feststeht, wer überhaupt in den Landtag kommt." Tatsächlich standen gestern Nachmittag noch nicht alle Mandatsträger der Parteien fest.

Unklar ist auch, ob die Bayern-SPD mit der CSU über eine – doch eher unwahrscheinliche – Koalition verhandelt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) habe am Dienstag telefonisch Sondierungsgespräche angeboten, darüber werde der Landesvorstand bei seiner Sitzung am Sonntag in Nürnberg entscheiden, sagte SPD-Landeschefin Natascha Kohnen am Dienstag. Freie Wähler und Grüne hingegen treffen sich am Mittwoch mit den Christsozialen.

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