Münchner Rechtsmedizin: Seit 18 Jahren vermisstes Paar wurde ermordet

Ein Spaziergänger findet bei Kipfenberg die skelettierten Leichenteilen eines seit 18 Jahren vermissten Paares. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen zweifachen Mordes.
| AZ, rus, dpa
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Sichergestelltes Erdreich am Fundort der Knochen.
Polizei Sichergestelltes Erdreich am Fundort der Knochen.

Kipfenberg - Nach dem Fund von Knochen eines seit 18 Jahren vermissten jungen Paares in Oberbayern wird wegen Mordes ermittelt.

Die Frau und der Mann kamen durch massive Gewalteinwirkung zu Tode, teilte die Polizei am Freitag mit. Die Beamten berufen sich bei ihren Erkenntnissen auf das Ergebnis einer Untersuchung der Knochenteile durch Experten des Instituts für Rechtsmedizin München.

Leichenteile in Kipfenberg gefunden: Es war Mord

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt ermittelt nun wegen zweifachen Mordes. Ein Spaziergänger hatte die Überreste des seit 2002 vermissten Pärchens Anfang Mai in einem Wald bei Kipfenberg im Landkreis Eichstätt gefunden. 

Die Ingolstädterin Johanna Z. hatte sich eine eigene Theorie ausgemalt, was mit ihrer Tochter Sabine wohl passiert sein könnte. Die ist damals mit 23 Jahren zusammen mit ihrem zwei Jahre jüngeren Freund verschwunden.

Vielleicht ist sie verschleppt worden nach Russland, um etwaige Schulden von Eugen als Prostituierte abzuarbeiten, so schilderte die Mutter 2007 dem "Donaukurier" ihre Theorie zum Verbleib ihrer Tochter, die wie Eugen im Drogenmilieu unterwegs gewesen sein soll. Es blieb im Dunkeln.

Es gab überhaupt keine Spur von ihr, nachdem sie laut Zeugen in jener Septembernacht gegen 2 Uhr mit einem Rucksack zusammen mit Eugen S., ihrem Partner, das Haus verlassen haben soll.

Kipfenberg: Mysteriöses Verschwinden von Sabine und Eugen

Doch nun, 18 Jahre danach, gibt es wohl traurige Gewissheit, dass an der Theorie der Mutter, die ihr noch ein wenig Hoffnung geschenkt haben könnte, nichts dran ist. Denn Anfang Mai hat ein Mann in einem Waldstück im Birktal in der Gemeinde Kipfenberg bei Ingolstadt, wo Sabine und Eugen gelebt hatten, einen skelettierten Schädel und weitere Knochen gefunden.

Polizei findet zweiten Schädel bei Grabungen

Die Polizei suchte weiter, fand eine zweite skelettierte Leiche. Wie die Beamten am Montag mitteilten, hat die DNA-Untersuchung dieser Knochen ergeben: Es handelt sich bei den beiden skelettierten Leichen um ein "seit 2002 vermisstes Pärchen". Dass das Sabine P. und Eugen S. sind, hat die Polizei auf AZ-Anfrage zwar nicht offiziell bestätigt, die Vermutung liegt jedoch sehr nahe.

Wurden die beiden umgebracht, gab es Streit um Geld für Drogen? Die Kripo erhielt damals entsprechende Hinweise, auch die Auffindesituation, vergraben in einem Wald, legt ein Verbrechen nahe. "Vier Beschuldigte in Drogenverfahren berichten unabhängig voneinander davon, Rauschgifthändler hätten die zwei Ingolstädter getötet, weil Eugen seine Schulden bei ihnen nicht bezahlt hatte", berichtet der "Donaukurier"“.

"Wir werden die ganze Aktenlage nochmals überprüfen", sagt dazu Hans-Peter Kammerer vom Polizeipräsidium in Ingolstadt der AZ. Und: Die Ermittler erhoffen sich weitere Ergebnisse von der Rechtsmedizin, die helfen, die Frage nach den Todesumständen zu klären. "Das ist kein leichtes Unterfangen, aber die Ermittlungsgruppe wird alle ihre Möglichkeiten ausschöpfen", sagt Kammerer. 

Lesen Sie auch: Überfall in Rosenheim - Polizei fahndet nach Täter

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