Mord an Franzi (12): Dem Täter droht Lebenslang

Im Fall der ermordeten Franziska O. (12) aus Möckernlohe sehen die Ermittler keine Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit. Dem geständigen Täter droht lebenslange Haft.
| Ralph Hub
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Stefan B. (26) hat die Tat mittlerweile gestanden.
ho 2 Stefan B. (26) hat die Tat mittlerweile gestanden.
"In unserem Herzen stirbst du nie", schreibt Franziskas Familie in ihrer Traueranzeige.
Petra Schramek 2 "In unserem Herzen stirbst du nie", schreibt Franziskas Familie in ihrer Traueranzeige.

Eichstätt - Ein Bett, ein Tisch, ein Stuhl – die Zelle in der JVA Kaisheim ist spärlich eingerichtet. Hier verbringt Stefan B., der geständige Peiniger der ermordeten Franzi (12), die meiste Zeit des Tages.

Die Justizvollzugsanstalt liegt im Kreis Donau-Ries. Ein wuchtiger Komplex, erbaut im 19. Jahrhundert. Rund 600 Häftlinge sitzen dort ein, seit ein paar Tagen auch Stefan B.

Er wird streng bewacht. Arbeiten darf er nicht. Eine Stunde am Tag hat er Hofgang.

Auf Anraten seines Anwalts verweigert der 26-Jährige derzeit die Aussage. Die Staatsanwaltschaft in Ingolstadt wird einen Gerichtsgutachter beauftragen, der Stefan B. untersuchen soll.

„Bisher liegen keine Anhaltspunkte vor, die auf eine eingeschränkte oder aufgehobene Schuldfähigkeit schließen lassen“, sagt Oberstaatsanwalt Helmut Walter. Damit droht ihm lebenslange Haft.

Sollte ein Gericht die besondere Schwere der Schuld feststellen, kann frühestens nach 22 Jahren eine vorzeitige Haftentlassung beantragt werden.

B. kennt das Leben im Knast. Erst im letzten Dezember war er entlassen worden. Fünf Monate hatte er in der JVA Bernau gesessen, unter anderem wegen der Verbreitung von Kinderpornographie.

Den Mord an der 12-jährigen Franziska aus Möckenlohe (Kreis Eichstätt) hat er bereits gestanden. Die Kripo geht von einem Sexualmord aus.

Stefan B. hat bisher noch nicht zugegeben, dass er das Mädchen missbraucht hat. Doch das Obduktionsergebnis lässt kaum Zweifel. Die 12-Jährige hatte außer an Kopf und Hals auch Wunden am Unterleib.

Die Fahnder der Soko „Franziska“ gehen davon aus, dass Stefan B. das Mädchen am Rathei-Weiher in Neuburg gewürgt und dann erschlagen hat. Möglicherweise benutzte er einen Holzknüppel oder ein Holzscheit, das er am Ufer des kleinen Badesees fand.

Taucher haben auch gestern wieder das Gewässer abgesucht. Eine Menge Treibgut ist inzwischen geborgen. Ob die Tatwaffe dabei ist, müssen die Laboruntersuchungen zeigen. Auch das Ergebnis der DNA-Analyse steht noch aus.

Zudem wird das Toyota Coupé untersucht, mit dem der Verdächtige vor der Polizei fliehen wollte. Die Ermittler glauben, dass sie in dem Wagen belastende DNA-Spuren und Fasern von der Kleidung des Mädchens finden.

In Möckenlohe, dem Heimatort der kleinen Franziska, fand gestern eine Trauerfeier statt. Die Beisetzung der 12-Jährigen soll später im engsten Familienkreis stattfinden.

 

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