Mit der Bayern-App: Behördengang vom Sofa aus?

Das Digitalministerium macht einfach mal: Verwaltungsleistungen sollen bequemer und einfacher werden mit der Bayern-App.
| Ruth Schormann
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Bislang kann man nur wenige Anträge über die App abwickeln. (Symbolbild)
Bislang kann man nur wenige Anträge über die App abwickeln. (Symbolbild) © Antonio Ovejero Diaz via www.imago-images.de (www.imago-images.de)

München - Familiengeld beantragen, sich nach einem Umzug in der neuen Stadt anmelden und den Hund gleich dazu, oder einen Kitaplatz finden: All das ist oft lästig und mitunter mit langen Anfahrten und Wartezeiten in Amtsstuben verbunden.

Die Bayern-App

Hier setzt die neue Bayern-App an, die Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) gestern in München vorgestellt hat. Eine Reise online zu buchen oder Kleidung zu bestellen, sei mittlerweile selbstverständlich, deswegen passe sich der Freistaat an. Digitale Verwaltung sei kein "nice to have" mehr, sagt Gerlach, sie muss sein. Daher gibt es nun die Bayern-App.

Vorreiter in Sachen "mobile government"

Es sei die erste ihrer Art in Deutschland, Bayern damit Vorreiter in Sachen "mobile government", sagt Gerlach und erklärt, wie die Anwendung für Android- und Apple-Smartphones, Tablets und Computer das Leben der Bayerinnen und Bayern einfacher machen soll: Hunderte staatliche und kommunale Serviceleistungen seien bereits jetzt über die App gebündelt abrufbar, neben den genannten Anträgen und Anmeldungen zeigt sie auch, wo sich der nächste BayernWLAN-Hotspot befindet oder liefert auf Wunsch Nachrichten aus den Pressestellen der Ministerien, Polizeipräsidien oder zu aktuellen Gerichtsurteilen.

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Wie eine Fernbedienung

Entwickelt haben die App Bürger und Verwaltungsleute in einem Digitallabor, sagt die Ministerin. Und sie soll stetig verbessert und mit weiteren digitalen Angeboten der Kommunen befüllt werden. Nach dem Motto "Umsetzen, was umzusetzen geht", wollte man aber nicht warten, bis alle Kommunen alles digital anbieten, macht Gerlach deutlich. Genau das ist dann auch der Knackpunkt. Die App sei quasi wie eine Art "Fernbedienung" für die bereits vorhandenen digitalen Angebote der einzelnen Städte und Gemeinden: Wie viele Kommunen wie viele Leistungen aber digital anbieten, kann Gerlach nicht genau sagen. "Ich kann nur Anreize schaffen", sagt die Digitalministerin und verweist auf das Förderprogramm digitales Rathaus, das animieren soll, immer mehr digital anzubieten.

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Bisher sind nur wenige Anträge übers Handy abwickelbar

Wer die App runterlädt und seinen Wohnort eingibt, sieht an einem kleinen blauen Haken und dem Zusatz "Online", ob die gewünschte Leistung digital möglich ist - oder eben noch nicht. Ein erster Test in München zeigt: Bislang sind laut App nur wenige Auskünfte oder Anträge übers Handy abwickelbar.

Corona beschleunigt die digitale Verwaltung

Durch die Pandemie habe das Thema digitale Verwaltung an Fahrt aufgenommen, meint Gerlach. Die technischen Voraussetzungen sind nun gegeben. Entscheidend ist aber am Ende, wie viele der rund 2.000 Städte und Gemeinden im Freistaat welche Serviceleistungen auch online und dann auch per App anbieten - und da geht es derzeit offenbar noch weit auseinander. Die Kommunen seien hier sehr unterschiedlich aufgestellt, räumt Gerlach ein. Aber: "Wir haben gesehen, dass wir schneller agieren und Dinge einfach mal machen müssen", sagt sie.

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