Meyer verklagt Club

Ex-Trainer hat Anwalt eingeschaltet: Es geht um 1,5 Millionen Euro. Club-Chef Michael A. Roth rechnet mit einem Vergleich: „Vielleicht können wir uns außergerichtlich einigen.“
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Hat noch eine Klausel im Vertrag, aber weil die ziemlich schwammig ist, hat Hans Meyer gut lachen und der Club kräftig rechnen - denn 1,5 Millionen sind kein Pappenstiel im engen FCN-Etat.
Wolfgang Zink Hat noch eine Klausel im Vertrag, aber weil die ziemlich schwammig ist, hat Hans Meyer gut lachen und der Club kräftig rechnen - denn 1,5 Millionen sind kein Pappenstiel im engen FCN-Etat.

NÜRNBERG - Ex-Trainer hat Anwalt eingeschaltet: Es geht um 1,5 Millionen Euro. Club-Chef Michael A. Roth rechnet mit einem Vergleich: „Vielleicht können wir uns außergerichtlich einigen.“

Rumms! Jetzt kommt doch eine satte Klage auf den Club zu. Ex-Trainer Hans Meyer, am 11. Februar diesen Jahres beim 1. FC Nürnberg beurlaubt, bekommt seit dem 1. Juli kein Gehalt mehr und hat nun einen Anwalt eingeschaltet, um seine Ansprüche in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro geltend zu machen. Nämliche Ansprüche beruhen auf Meyers Vertrag, der bis 30. Juni 2009 läuft.

„Ein Hans Meyer verdient auch in der Zweiten Liga gut“, sagt der Ex-Trainer im unfreiwilligen Ruhestand über sich. Der Club wird in dem Rechtsstreit von einem Anwalt der Firma Michael A. Roth vertreten, ein Spezialist für Arbeitsrecht, der seinen Sitz im Saarland hat. Roth hatte schon im Juni angekündigt, die Gehaltsfortzahlungen an Meyer einzustellen. Begründung des Club-Chefs: „Wer nichts arbeitet, bekommt auch kein Geld.“ Und: „Meyer hat stets betont, in der Zweiten Liga nicht zur Verfügung zu stehen.“

Olympia-Tourist Meyer pocht auf Vertrag

Was Meyer überhaupt nicht interessiert. Er pocht auf seinen Vertrag. In diesem steht angeblich die schwammige Klausel, dass der Kontrakt erlischt, wenn Meyer mit dem Club absteigen sollte. Eine richtig schöne Aufgabe für die Anwälte, denn Meyer war längst beurlaubt, als der Club abgestiegen ist. Beim Nürnberger Arbeitsgericht wollte man einen Gütetermin – so nennt sich die erste Anhörung der beiden Parteien – offiziell noch nicht bestätigen. Nur so viel: „Wir haben noch keine Post in dieser Sache.“

Dennoch, es geht in den Ring und Roth rechnet mit einem Vergleich. „Vielleicht kommen wir außergerichtlich davon.“ Der Club hat nur eine Chance, wenn es Roths Anwalt schafft, die komische Vertragsklausel durchzufechten. Wenn nicht, wird der 1. FCN rund 750.000 Euro an seinen Ex-Trainer bezahlen müssen. Geld, das in dem strammen Saison-Etat von 24 Millionen Euro fehlen wird. Meyer dagegen kann sich ohnehin über einen bestens finanzierten Ruhestand freuen. Wie sagte er doch einst, als er noch im Amt war, dem „kicker“ auf die Frage, wofür würden Sie ihr Konto überziehen? Meyers Antwort: „Das geht nicht, da ist zu viel drauf.“ Und weil dem so ist, weilt Meyer gerade in China – als Olympia-Tourist. erg/cis/mh

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