Meyer räumt Mitschuld ein

Ex-Trainer kassiert weiter über eine Million Euro, gesteht aber: „Wenn man abgestiegen ist, dann fühlt man immer einen Teil der Verantwortung.“
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Der Club-Bär blieb natürlich stumm beim Zwiegespräch: Ex-Trainer Hans Meyer zu Gast bei Arnd Zeigler (links) in der TV-Sendung „Wunderbare Welt des Fußballs“. Fotos: WDR, Zink
az Der Club-Bär blieb natürlich stumm beim Zwiegespräch: Ex-Trainer Hans Meyer zu Gast bei Arnd Zeigler (links) in der TV-Sendung „Wunderbare Welt des Fußballs“. Fotos: WDR, Zink

Ex-Trainer kassiert weiter über eine Million Euro, gesteht aber: „Wenn man abgestiegen ist, dann fühlt man immer einen Teil der Verantwortung.“

NÜRNBERG Seit seiner unrühmlichen Beurlaubung durch die Club-Bosse am 11. Februar, hielt sich Ex-Trainer Hans Meyer öffentlich zurück. 99 Tage später und 31 Stunden nach dem Abstieg räumte der 65-Jährige eine Mitschuld am Untergang ein. In der WDR-Fernsehsendung „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ erklärte Meyer geknickt: „Wenn man abgestiegen ist, fühlt man immer einen Teil der Verantwortung.“

Wie groß dieser ist – dazu wollte Meyer nichts sagen. Nur so viel ließ er sich von Moderator Arnd Zeigler entlocken: „Viel länger als für alle Seiten ersichtlich, ist aus der Mannschaft gekommen: ,Wir sind zu gut’.“ Meyer versuchte gegenzusteuern. Schon vor Saisonbeginn hatte er vor einer „ganz komplizierten“ Spielzeit gewarnt. Doch sein Psychotrick, jeden Gegner, egal ob Bayern oder Cottbus, mit teils an den Haaren herbeigezogenen Vergleichen stärker als seine Schützlinge zu reden, war ein Schuss ins Knie.

„Mit Platz sechs und dem Pokalsieg im Vorjahr haben wir viel, viel mehr geschafft. Das ist fast die Bilanz einer Spitzenmannschaft“, rechtfertigte er sich im WDR. „Die Spieler haben es besser gemacht, als sie es individuell drauf haben. Jeder gab 105 Prozent. Das hat sich dann im Herbst gezeigt.“

Da mutierte die Stammelf aufgrund von Verletzungen zur Resterampe. Auch mit den Schiedsrichter-Entscheidungen haderte der Ex-Coach, sah zudem die Doppelbelastung im Uefa-Cup als Problem an. „Da haben wir unsere Sache richtig gut gemacht, in der Gruppenphase sogar St. Petersburg hinter uns gelassen.“ Doch in den internationalen Topleistungen lag für Meyer viel negatives: „Der Kader war nicht groß genug. Außerdem mussten wir danach zwei Mal schon am Samstag ran. Das ist wettbewerbsverzerrend.“

Dass er mit den WDR-Spesen eine Privatreise zum 65. Geburtstag seines besten Freundes in der Nähe von Bremen, dem Studio-Standort der aus Zeiglers Wohnung ausgestrahlten Sendung refinanzieren konnte, freute Meyer: „So denkt ein arbeitsloser Trainer eben“, feixte er zur AZ.

Arbeitslos? Fakt ist: Meyer ist beurlaubt, kassiert trotz wiederholter Ankündigungen, „nicht in die Zweite Liga“ zu gehen, weiter ein üppiges Gehalt. Dem Vernehmen nach über eine Million Euro pro Saison. Dabei hatte unter anderem Präsident Michael A. Roth erklärt, der bis 2009 laufende Kontrakt gelte nur fürs Oberhaus. Falsch! Den Vorwurf der Augenwischerei will sich Manager Martin Bader nicht anheften lassen: „Zu Vertragsinhalten sagen wir grundsätzlich nichts.“ Auch Meyer schweigt, ob er für sein fürstliches Honorar noch einmal für den Club arbeiten wird. Nur so viel: „Es muss niemand Angst haben, dass ich bald wieder irgendwo als Trainer anfange.“ Markus Löser

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