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"Mebis"-Ausfall zum Lockdown-Start! Söder mit klarem Appell

"Mebis" macht weiter Probleme: Die störanfällige Lernplattform für Distanzunterricht ist zum Start des bayernweiten Lockdowns am Mittwochmorgen ausgefallen. Eltern und Schüler sind sauer, Kultusminister Michael Piazolo steht massiv unter Druck.
| AZ/dpa
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Schüler und Lehrer bekamen am Mittwoch keinen Zugriff auf die Lernplattform "Mebis".
Schüler und Lehrer bekamen am Mittwoch keinen Zugriff auf die Lernplattform "Mebis". © Armin Weigel/dpa/Archivbild

München - Seit Mittwoch gilt der "harte" Lockdown in Bayern – pünktlich zum Start ist die störanfällige Lernplattform "Mebis" ausgefallen!

Die Ursache sei noch unbekannt, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Bei "Mebis" hatte es in der Vergangenheit immer wieder Probleme gegeben. Nach dem Einloggen wurden Wartezeiten von bis zu 15 Minuten angezeigt, doch viele Nutzer gelangten auch danach nicht auf die gewünschte Webseite. Wer es doch schaffte, musste damit rechnen, aus dem instabilen System zu fliegen.

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Kultusminister Piazolo steht in der Kritik

Bei "Mebis" hatte es in der Vergangenheit immer wieder Probleme gegeben. Über die staatliche digitale Plattform sollen Bayerns 1,7 Millionen Schüler eigentlich Lerninhalte abrufen, vor allem, wenn wie seit Mittwoch in den Schulen kein Unterricht vor Ort stattfindet. Piazolo steht in der Kritik, weil die Lernplattform zu Stoßzeiten nach wie vor immer wieder in die Knie geht – und das seit den ersten coronabedingten Schulschließungen im Frühjahr.

Erholsame Weihnachtsferien wird der Kultusminister wohl nicht bekommen, Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte am Mittwochmorgen einen klaren und einheitlichen "Mebis"-Plan: "Das muss im Januar jetzt mal klar funktionieren für alle, und zwar mit einer einheitlichen Linie", sagte Söder im Interview bei "Bayern 3". "Und deswegen muss auch über die Ferien an der Stelle gearbeitet werden, auch vom Kultusministerium, damit das einheitlich, verständlich, klar praktiziert werden kann, was für alle gilt und wie man damit umgehen muss."

Auch die Staatskanzlei verschärft ihren Ton gegenüber dem Kultusministerium. "Die erneuten Störungen bei 'Mebis' sind unverständlich und ärgerlich. Wir haben den klaren Auftrag an das Kultusministerium erteilt, die Probleme umgehend zu beheben", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Mittwoch. "Die Störungen auf der Lernplattform müssen jetzt abgestellt werden. Nach den Ferien muss der Distanzunterricht reibungslos stattfinden können, wenn es notwendig ist."

Michael Piazolo, Kultusminister von Bayern.
Michael Piazolo, Kultusminister von Bayern. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild

Piazolo selbst versprach eine Lösung für nach den Weihnachtsferien. "Bis dahin wird es für die Schulen, die Mebis nutzen, eine Lösung geben", sagte Piazolo am Mittwoch. "Leider zeigt sich seit letzter Woche unter erhöhter Last: Alle umgesetzten Maßnahmen zeigen bislang nicht die Wirkung, die ich mir wünsche. Das ist für mich nicht akzeptabel." Schulen, die im Distanzunterricht auf die Lernplattform zugreifen wollten, müssten zuverlässig arbeiten können.

Piazolo steht aber nicht nur deshalb in der Kritik. Am Montag, also kurz nach der Bund-Länder-Entscheidung zur Schließung der Schulen ab Mittwoch, hatte ein Schreiben des Kultusministeriums für Aufregung gesorgt, in dem es für alle Jahrgangsstufen mit Ausnahme der Abschlussklassen unter anderem hieß: "Distanzunterricht findet in den betreffenden Klassen nicht statt." Die Landtags-FDP forderte daraufhin am Dienstag den Rücktritt des Kultusministers. Das Kultusministerium stellte später klar, dass Distanzunterricht auf der dreitägigen Zielgeraden zu den Weihnachtsferien zwar nicht verpflichtend sei, aber möglich bleibt.

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Söder hatte Lehrer, Schüler und Eltern am Dienstag auf einen längeren Ausnahmezustand an den Schulen auch nach den Weihnachtsferien eingestimmt. Er gehe davon aus, dass es wegen Corona auch nach dem 10. Januar noch Wechselunterricht geben werde, sagte er.

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