Lotto-Flaute: Dem Freistaat entgehen Millionen Euro

Die Bundesländer haben per Staatsvertrag das Glücksspiel erschwert – im ersten Quartal sinken die Umsätze deutlich. Das Geld fehlt dem Finanzminister und den Sportvereinen im Etat
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Griff zum Glück: Lottoscheine verheißen hohe Gewinne – dem Spieler und dem bayerischen Fiskus.
Petra Schramek Griff zum Glück: Lottoscheine verheißen hohe Gewinne – dem Spieler und dem bayerischen Fiskus.

Die Bundesländer haben per Staatsvertrag das Glücksspiel erschwert – im ersten Quartal sinken die Umsätze deutlich. Das Geld fehlt dem Finanzminister und den Sportvereinen im Etat

MÜNCHEN Eigentor der Bundesländer: Seit mehr als zwei Jahren ist der Glücksspielstaatsvertrag in Kraft, der die Werbung für Lotto & Co. einschränkt. Jetzt bekommt Bayerns Finanzminister dafür die Quittung: Im ersten Quartal 2010 sinken die Umsätze bei Lotto Bayern um 16 Prozent - bleibt es 2010 bei diesem Trend, entgehen dem Freistaat mehr als 67 Millionen Euro.

In Deutschland hat der Staat ein Monopol auf Glücksspiele – um dieses Monopol zu halten und den Auflagen des Bundesverfassungsgerichts gerecht zu werden, haben die Länder sich auf den Staatsvertrag geeinigt. Er verbietet Internet-Wetten, Lotto-Spieler brauchen seitdem eine Berechtigungskarte.

Während der Lotto-Umsatz im vergangenen Jahr noch um drei Prozent auf 7 Milliarden Euro stieg, herrscht im ersten Quartal 2010 Flaute in den Annahmestellen. In Bayern, wo 2009 sogar ein Plus von fast 8 Prozent zu Buche schlug, sind die Umsätze bis Ende März 2010 um 16 Prozent gesunken. Das hat Folgen: Denn von insgesamt 1,1 Milliarden Euro Lotto-Umsätzen 2009 bekam der Freistaat 420 Millionen Euro – zuzüglich der Spielbank-Einnahmen ist das etwa ein Prozent des Etats von Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU). Bleibt der Umsatz weiter so schwach, fehlen ihm heuer 67 Millionen Euro.

„Realistische Prognosen zum Gesamtergebnis eines Jahres können nicht abgegeben werden“, erklärt hingegen Lotto Bayern. Denn 2009 lagen zwei mal jeweils mehr als 30 Millionen im Jackpot, heuer waren es bisher nur knapp über 10 Millionen – das erklärt das Minus.

Bundesweit werden 2,8 Milliarden Euro aus dem Lotto-Topf in Kultur und soziale Projekte gesteckt – 500 Millionen davon kommen über den Sportbund Vereinen zugute. Sinken die Lotto-Einnahmen, müssen auch diese Zuschüsse sinken. Trotz des derzeitigen Negativ-Trends und der möglichen Folgen für den Fiskus sagt Erwin Horak, Präsident der bayerischen Lotterieverwaltung: „Das Staatsvertragsmodell hat sich bewährt.“ tha

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