Lebensmittelverschwendung in Bayern: Schmeißen auch Sie 200 Euro pro Jahr weg?

Nach wie vor landen in Deutschland Millionen Tonnen an Lebensmitteln unnötigerweise im Abfall. Auch in Bayern sieht die Lage nicht gut aus. Die AZ stellt vier Projekte vor, die sich gegen den Überfluss stellen.
| Clara Westhoff
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Rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel werden pro Jahr in Deutschland weggeschmissen.
Rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel werden pro Jahr in Deutschland weggeschmissen. © Carmen Jaspersen/dpa

München - Rund 65 Kilogramm Lebensmittel landen pro Bayer im Durchschnitt jedes Jahr im Müll. Zwei Drittel davon wären vermeidbar. Doch was tun gegen die Verschwendung?

Münchner schmeißen jährlich 200 Euro weg

Laut Verbraucherzentrale sind es in ganz Deutschland Jahr für Jahr 12 Millionen Tonnen Lebensmittel, die weggeschmissen werden. Verbraucher sind mit etwa 75 Kilogramm pro Kopf dabei. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten rechnete aus, dass jeder Bayer so pro Jahr im Schnitt Nahrungsmittel im Wert von 200 Euro entsorgt. Doch allein über die Website Motatos retteten Münchner seit April 2020 ganze 37 Tonnen Lebensmittel. Junge Start-Ups und Initiativen wie diese setzen sich gegen die Verschwendung ein.

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So können Sie Lebensmittel vor der Tonne retten

Weil ein achtsamer Umgang mit Lebensmitteln ein hervorragender Vorsatz für das neue Jahr ist, folgen hier vier hilfreiche Shops und Apps, mit denen man Lebensmittel vor der Tonne retten kann:

Motatos

Seit vergangenem Jahr gibt es den schwedischen Online-Supermarkt auch in Deutschland. Verkauft werden Produkte, die entweder aus Überproduktionen stammen und Fehldrucke oder falsche Verpackungen aufweisen. Die Nahrungsmittel kosten 20 bis 90 Prozent weniger als üblich und ab einem Bestellwert von 40 Euro ist die Lieferung umsonst. 

To Good To Go

Die kostenfreie App Too Good To Go (erhältlich für iPhone und Android) kooperiert mit Restaurants, Bäckereien, Supermärkten und Hotels. Das Prinzip ist recht einfach: In der App wählt man einen Laden in der Nähe aus und holt die Mahlzeit im angegeben Zeitfenster (meist kurz vor Ladenschluss) ab. Eine Tüte voller Crossaints oder Sushi vom Lieblingsjapaner - für die überschüssige Ware zahlt man nicht mehr als knapp vier Euro. In München sind beispielsweise die Bäckerei Wimmer, die Boulangerie Dompierre und das Sushi-Restaurant Shizoo dabei.

Etepetete

Gemüsekisten, die vor die Tür geliefert werden, sind keine Neuheit mehr. Die von Etepete schon: Aus jeder Ernte bleibt ein erheblicher Teil nur aufgrund des Aussehens auf den Feldern liegen. Nicht aber hier - in dieser Kiste steckt Bio-Obst und Gemüse, das nicht ganz der Norm entspricht. Im wöchentlichen oder zweiwöchtentlich Rhythmus kann man sich die Boxen ab knapp 22 Euro liefern lassen. Gestartet ist das Projekt in beziehungsweise um München: Die Gründer Chris, Georg und Carsten klapperten sämtliche Bio-Landwirte im Umfeld der Stadt ab und verschickten 2015 die ersten Kisten.

Zu gut für die Tonne

Diese Kampagne des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft setzt sich ebenfalls gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln ein. Online und per App kann man sich hier über Vorratsplanung, Haltbarkeit und Lagerung informieren. Wer beim eigenen Küchenschrank anfangen möchte, kann in den rund 400 Rezepten zum Verwerten von Resten stöbern.

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