Landwirtschaft verursacht 66 Prozent der Stickstoffeinträge

München (dpa/lby) - Knapp Zweidrittel der Stickstoffeinträge in der Biosphäre stammen laut einem aktuellen Bericht des bayerischen Umweltministeriums aus der Landwirtschaft. "Die restlichen, vom Menschen verursachten, Einträge teilen sich zu je 9 bis 15 Prozent die Bereiche Verkehr, Industrie und Energiewirtschaft sowie Abwasserbehandlung / Oberflächenwasserablauf", heißt es im Bericht.
| dpa
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München (dpa/lby) - Knapp Zweidrittel der Stickstoffeinträge in der Biosphäre stammen laut einem aktuellen Bericht des bayerischen Umweltministeriums aus der Landwirtschaft. "Die restlichen, vom Menschen verursachten, Einträge teilen sich zu je 9 bis 15 Prozent die Bereiche Verkehr, Industrie und Energiewirtschaft sowie Abwasserbehandlung / Oberflächenwasserablauf", heißt es im Bericht. Über den Anteil der Landwirtschaft an den in einigen Gebieten schlechten Grundwasserwerten wurde zuletzt viel gestritten. Viele Landwirte und Politiker kritisierten die Messsysteme und sahen darin eine unberechtigte Kritik an der Arbeit der Bauern.

Dem widerspricht der Bericht unmissverständlich: "Hauptverursacher der Stickstoffbelastung der Luft sind mit einem Anteil von rund 21 Prozent nicht die Emissionen des Verkehrs, sondern die landwirtschaftlichen Emissionen, die rund 56 Prozent der Stickstoffbelastung der Luft ausmachen." Da Stickstoff-Emissionen erst über Regen oder Staub wieder zurück auf den Boden gelangten, sei der Entstehungsort nicht ersichtlich. Die Hintergrundbelastung müsse aber für die Düngebilanz der Landwirte berücksichtigt werden.

In der vergangenen Woche hatte die Bundesregierung ihre Novelle der deutschen Düngeverordnung zur Abstimmung an die Bundesländer gegeben. Die Reform steht unter einem hohen Zeitdruck, weil Deutschland sonst Strafzahlungen von bis zu 850 000 Euro pro Tag durch die EU drohen. Am 3. April wird der Bundesrat über die Verschärfung der Düngeregeln abstimmen. Bundesweit protestieren Bauern gegen schärfere Vorgaben.

Die Vorsitzende des Umweltausschusses im Landtag, Rosi Steinberger (Grüne), fordert angesichts des Berichts schnelle Maßnahmen, um das Trinkwasser zu schützen. Landwirte müssten ihrer Verantwortung gerecht werden und aufhören, die Düngeverordnung trotz mancher Mängel zu torpedieren: "Die Landwirte sollten sich ihrer Verantwortung für unser wichtigstes Lebensmittel endlich bewusst sein."

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