Neue Kriminalitätsstatistik: Landshut verzeichnet Anstieg an Einbrüchen

Erfreulich: Im Freistaat ist die Kriminalität auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Landshut bleibt aber offenbar die "Lieblingsstadt" der Einbrecher.
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Innenminister Joachim Herrmann wird noch diese Woche die neue Kriminalitätsstatistik für den Freistaat vorstellen. Und – er wird eigentlich Erfreuliches verkünden können: "Wir haben einen Rückgang der Kriminalität und das Niveau wie vor 20 Jahren von den Straftaten her", verriet er vergangene Woche in der Münchner Runde (BR). "Eine erfreuliche Entwicklung", so der Innenminister, Sein Fazit: "Bayern ist sicher." Eigentlich, wie gesagt. Denn für den Raum Landshut gilt das bloß bedingt.

Fakt ist: In Landshut fühlen sich viele Bürger nicht mehr so ganz wohl in den eigenen vier Wänden. Zwischen November des vergangenen Jahres und Februar häuften sich die Einbrüche. In der BR-Runde war sogar von einer "Lieblingsstadt der Einbrecher" die Rede. Mit Phasen bis zu sieben Einbrüchen – pro Tag. Wie gefährlich ist es denn nun in der niederbayerischen Hauptstadt? Und was hat es mit besagter Einbruch-Serie auf sich?

Weniger Einbrüche in der Stadt. Im Landkreis gehen die Zahlen rauf

Stefan Scheibenzuber, Pressesprecher der Polizei Landshut, beschwichtigt: In der Stadt selbst gebe es weniger Einbrüche. 2016 (61 Einbrüche) sind zwölf Wohnungseinbruchdiebstähle weniger als 2015 verzeichnet worden. Dies entspricht einem Rückgang von 16,4 Prozent. Im Stadtgebiet ist man damit wieder auf demselben Stand wie 2013 (62), bevor die unheimliche Einbruchsserie begann. Weiterhin stark betroffen sind allerdings angrenzende Gemeinden wie Ergolding und Altdorf und der Stadtteil Achdorf. "Dort, vor allem in Ergolding, fanden die meisten Wohnungseinbrüche statt", sagt Scheibenzuber.

Zum Vergleich: Im Landkreis sind 2016 (117) immer noch fast doppelt so viele Einbrüche registriert worden, wie 2013 (61). Kürzlich knackten in Kumhausen Einbrecher den Tresor eines Supermarkts. Beute: 40 000 Euro.

Eingebrochen wird hauptsächlich in der dunklen Jahreszeit. So wie bei der Ergoldingerin Karin Strauß, die Januar ungebetenen Besuch bekam. Über die Terrassentür gelangten die Täter in die Erdgeschosswohnung der Eltern. Vor dort ging es für sie nach oben in ihr Schlafzimmer, wo sie auf der Suche nach Goldschmuck alles durchwühlten– nur das Silber ließen sie zurück.

Das Schlimmste für Karin Strauß: "Der Ehering – das ist schon ein krasser Verlust", sagte sie dem BR-Reporter. Und sie erinnert sich an das schlimme Gefühl, dass wildfremde Menschen bei ihr eingedrungen sind. Ein Gefühl der Ohnmacht und Unsicherheit, das bis heute andauert.

Auch der Leiter der Polizeiinspektion Landshut, Helmut Eibensteiner, erinnert sich zurück an die unheimliche Einbrecher-Serie. "Es gab Tage, an denen sich die Kollegen gar nicht retten konnten am Telefon", sagte er dem BR. Viele Bürger hätten einfach Angst gehabt, das Haus zu verlassen, weil sie bei ihrer Rückkehr ein aufgebrochenes Haus befürchten mussten.

Die Polizei nimmt an, dass die Einbrüche zusammenhängen und dass eine Bande am Werk war. Bei allen Einbrüchen schlugen die Täter damals zur gleichen Zeit zu – während der Dämmerung, zwischen 16 und 18 Uhr. Eine perfekte Zeit zum Einbrechen, weil es dann schon duster wird – und viele Menschen eben erst wieder um 19 oder 20 Uhr von Arbeit und Einkaufen nach Hause kommen. Auf diese Weise können die Täter die Häuser schnell auskundschaften – und einbrechen. Die Täter konzentrierten sich bei allen Einbrüchen auf Geld und Schmuck. PCs oder Flachbildfernseher interessierten nicht – zu sperrig.

Schutz gegen Einbrecher - Tipps von der Polizei

Fragt sich, ob die Einbrecher weiterhin aktiv ist. "Wir gehen davon aus, dass es eine Bande war. Beinahe hätten ein Beamter es geschafft, die Täter zu stellen. Doch es kam nicht zu einer Festnahme", sagt Scheibenzuber. Immerhin konnten DNA-Spuren ausgewertet werden. "Damit stehen die weiteren Ermittlungschancen gut."

Bleibt die Frage, wie man sich selbst vor Einbrüchen besser schützen kann? Einige Tipps dazu hat Polizei-Pressesprecher Scheibenzuber für parat:

  •  Immer ein Licht brennen lassen. Das erweckt von außen den Anschein, dass jemand zu Hause ist.
  •  Nützlich sind Zeitschaltuhren, die alle zehn Minuten in einem anderen Raum das Licht an- und ausschaltet.
  •  Im Außenbereich hilft ein Bewegungsstrahler, vor allem im Eingangsbereich.
  •  Hohe Hecken oder Einfriedungen (auch im rückwärtigen Teil des Hauses) können den Blick auf Grundstücke erschweren.
  •  Terrassen- und Haustüren sowie Fenster stets ordentlich schließen, Rollläden herunterlassen.
  •  Fremde am Grundstück sollten angesprochen werden, woher sie kommen oder ob man helfen könne. Denn: Auch wenn man potenzielle Täter so nicht stellen kann, verunsichert man sie laut Polizei – und kann möglicherweise einen Einbruch verhindern.

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