Maßnahmen gegen die roten Zahlen

In einer mehr als einstündigen Präsentation schilderte Geschäftsführer Nicolas von Oppen dem Stadtrat am Freitag die Perspektive und Wirtschaftsentwicklung des Klinikums. Nach wiederholten empfindlichen Defiziten wurde zuletzt von Geschäftsführung, medizinischer Führung und Pflegedirektion unter Einbeziehung aller Chefärzte ein Maßnahmenpaket erarbeitet, das das Klinikum aus den roten Zahlen führen soll.
| Uli Karg, Emanuel Socher-Jukic
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Der Aufsichtsrat hat dieses Konzept einstimmig gebilligt. "Die Entwicklung", so Oberbürgermeister Alexander Putz auf LZ-Anfrage, "gibt zu verhaltenem Optimismus Anlass." Für das Jahr 2017 wird im Jahresabschluss ein Defizit erwartet, und auch im Wirtschaftsplan für dieses Jahr rechnet man im Klinikum nach LZ-Informationen mit einem nennenswerten strukturellen Defizit.

Das hat einerseits gesundheitspolitische Ursachen: Seit Einführung der Fallpauschalen-Regelung etwa ist es für Krankenhäuser immer schwieriger geworden, Überschüsse zu erzielen. Andererseits wird von Oppen zunehmend angelastet, dass es ihm an einer klaren Strategie fehlt, wie er das Minus zumindest in Teilen in den Griff bekommen möchte. Notwendige Umstrukturierungen, heißt es aus dem Klinikum, habe der Geschäftsführer nicht angepackt. Entsprechend gespannt wurde sein Auftritt im Plenum am Freitag erwartet.

Für von Oppen steht nicht weniger als sein Posten als Geschäftsführer auf dem Spiel, den er Ende 2013 angetreten hat: Zum Jahresende läuft sein Vertrag aus und bis dato gilt es nicht als gesichert, dass der Vertrag verlängert wird. Im Aufsichtsrat gibt es aber durchaus Stimmen, die wenig Interesse an einem erneuten Wechsel an der Klinikumsspitze haben. Innerhalb von zehn Jahren wäre das der dritte Geschäftsführer, zählt man einen Interimsgeschäftsführer mit, sogar der vierte.

Zu Personalfragen äußert sich Alexander Putz nicht. "Mir gefällt das ausgearbeitete Konzept. Alles andere möchte ich in den zuständigen Gremien besprechen." Zur Einordnung der Situation des Klinikums verweist er allerdings darauf, dass bis vor ein paar Jahren zwei Drittel bis drei Viertel der Krankenhäuser in Bayern kostendeckend bis gewinnbringend gearbeitet hätten - heute liege dieser Anteil bei 50 Prozent. Allerdings gebe es angesichts des Koalitionspapiers von Union und SPD gerade zwei positive Signale aus dem Bund: So sollen Pflegepersonalkosten künftig besser und unabhängig von Fallpauschalen vergütet werden. Zudem soll eine vollständige Refinanzierung von Tarifsteigerungen herbeigeführt werden, verbunden mit der Nachweispflicht, dass dies auch tatsächlich bei den Beschäftigten ankommt.

Kostensenkung durch Personalreduktion sei eine nicht vertretbare Methode, so Putz. "Wir müssen andere Lösungen finden." Bereits im vergangenen Jahr habe man daher den Beschluss gefasst, das Pflegepersonal nennenswert aufzustocken. Auch im Bereich der Ärzteschaft bestehe noch Bedarf in der Hochleistungsmedizin - also dort, wo man noch Punkte abrechnen könne. Generell sehe das Konzept des Klinikums eine wirtschaftliche Verbesserung durch eine Steigerung der Einnahmen vor. Hierfür werde unter anderem an einem effizienteren Entlassmanagement gearbeitet. Den "Turnaround" hofft Putz in den Jahren 2020/21 zu erreichen. "Dafür müssen aber alle Mitarbeiter mitgenommen werden." Zudem könne alles, was man mit dem Landkreis-Krankenhaus in Achdorf an Synergien und Kooperationen schaffe, die Entwicklung zusätzlich begünstigen. "Das muss unser Ziel bleiben", sagt Putz.

Mit dem Landkreis sei man in der Frage der Kooperation in ständigem Kontakt. Allerdings müsse hier "noch viel Vertrauen aufgebaut werde".

 

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