Landshuter Schulen: "Wir können jederzeit auf online umschalten"

Wie sich Landshuter Schulen auf einen möglichen Digitalunterricht vorbereitet haben.
| Kerstin Petri
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Den diesjährigen pädagogischen Tag hat die Staatliche Realschule digital abgehalten. Sollte es zum Digitalunterricht kommen, werden die Lehrer Kommunikationsplattformen wie Microsoft Teams nutzen, um sich mit ihren Schülern auszutauschen.
Den diesjährigen pädagogischen Tag hat die Staatliche Realschule digital abgehalten. Sollte es zum Digitalunterricht kommen, werden die Lehrer Kommunikationsplattformen wie Microsoft Teams nutzen, um sich mit ihren Schülern auszutauschen. © Staatliche Realschule Landshut

Landshut - Nach dem Corona-Gipfel am Mittwoch sind Schulschließungen vom Tisch - vorerst. Da es dennoch nicht auszuschließen ist, dass Schulklassen bei einem hohen Infektionsgeschehen wieder komplett oder teilweise in den Distanzunterricht geschickt werden, haben sich die Landshuter Schulen auf dieses Szenario vorbereitet. Die AZ hat nachgefragt, wie ihre Pläne aussehen.

Am Gymnasium Seligenthal sind alle Schüler und Lehrer mit der Kommunikationsplattform Microsoft Teams vertraut, sagt Schulleiterin Ursula Weger. "Von Videokonferenzen, Einstellen von Material bis Korrigieren von Hausaufgaben ist da alles möglich." In der Zeit des Präsenzunterrichts haben die Lehrer den Umgang mit der Plattform mit den Schülern eingeübt. "Das heißt, dass wir jederzeit in einen Distanzunterricht umschalten können."

Erst- und Zweitklässler brauchen Unterstützung der Eltern

Auch an der Staatlichen Realschule sind die Schüler in den ersten Wochen des neuen Schuljahres vorbereitet worden. "Wenn es zum Distanzunterricht kommen sollte, dürfte der Großteil in der Lage sein, direkt loszulegen", sagt Realschulkonrektor Alexander Köppl.

Digitale Erklärvideos zu Grundwissensthemen

An der Grundschule Carl Orff sind die Lehrer in Sachen Digitalunterricht fortgebildet worden, die Schulung der Kinder läuft gerade an. Ab Dezember sollen die Schüler wöchentlich eine Aufgabe bekommen, um sich mit dem System vertraut zu machen. "Für die Schüler der ersten und zweiten Klassen ist dabei auf alle Fälle die Unterstützung der Eltern notwendig", sagt Konrektorin Anita Stanglmayr. Außerdem wird mit den Schülern im Unterricht besprochen, wie man sich in der digitalen Welt verhält.

Die Staatliche Realschule hat ihren diesjährigen pädagogischen Tag am Buß- und Bettag genutzt, um die Lehrer zum Thema, wie der Distanzunterricht in Zukunft gut umgesetzt werden kann, weiterzubilden. Dieser pädagogische Tag wurde erstmals digital per Microsoft Teams abgehalten. "Dabei haben wir uns überlegt, dass wir unseren Schülern gerne digitale Erklärvideos zu Grundwissensthemen zur Verfügung stellen wollen. Ein kurzer Input zu einem Thema von zwei, drei Minuten, mit dem die Schüler arbeiten können", sagt Köppl.

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Über die Plattform MS Teams haben sich bisher die meisten Schüler und Lehrer der Realschule ausgetauscht. Doch Ende des Jahres läuft die Lizenz des Kultusministeriums aus. Eine alternative Kommunikationsplattform wäre "BigBlueButton", so Köppl.

An der Grundschule Carl Orff würde der digitale Unterricht über die Plattform "Mebis" laufen. "Die Lehrer können ihre Materialien online stellen, mit den Schülern chatten und Rückmeldungen zu Aufgaben geben", sagt Stanglmayr.

Weger: "Jedes Fach eignet sich für Digitalunterricht"

Doch um die Plattformen auch von Zuhause aus nutzen zu können, braucht es ein Endgerät. Einen Laptop oder ein Tablet hat aber nicht jeder Schüler, weshalb Leihgeräte zur Verfügung gestellt werden. So auch am Gymnasium Seligenthal. "Jeder, der ein Leihgerät gebraucht hat, hat eines bekommen", sagt Weger. Die Leihgeräte für die Realschule sind vorbereitet und sollen nächste beziehungsweise übernächste Woche ausgeliefert werden.

Auch die Grundschule Carl-Orff hat Leihgeräte beim Sachaufwandsträger beantragt. Im Grunde eigne sich jedes Fach für Digitalunterricht, findet Weger. "Beim Sportunterricht zum Beispiel könnte man Anweisungen für sportliche Betätigungen zu Hause wie Gymnastik oder Fitnessübungen geben. Sporttheorie über Sportarten oder gesundheitliche Themen kann man genauso bedienen."

Berufsberatung für Realschüler als Online-Angebot

Ähnlich sei es in Kunst und Musik. "Unsere Instrumentallehrer haben im ersten Lockdown per Videokonferenz den Instrumentalunterricht ganz normal weitergeführt", so Weger. Neu an der Staatlichen Realschule ist, dass zwei Berufsberaterinnen der Agentur für Arbeit Landshut/Pfarrkirchen ihre Berufsberatung für die Realschüler online abhalten.

Wie sieht es mit Prüfungen aus? Während im Lockdown im Frühjahr keine Leistungsnachweise digital abgehalten werden durften, soll dies bei einem erneuten Distanzunterricht grundsätzlich möglich sein. "Bei Prüfungen müssen wir schauen, wie die Maßgaben des Kultusministeriums sind", sagt Weger. Mündliche Noten, etwa in Form von Referaten oder Vorlesen bei Grundschülern können sich Weger und Stanglmayr gut per Videokonferenz vorstellen.

"Der persönliche Kontakt ist enorm wichtig"

Was würde bei einem erneuten Digitalunterricht anders sein als beim ersten Lockdown? Die Konrektorin der Grundschule sagt: "Wir sind digital besser darauf vorbereitet, die Eltern und Kinder sind mittlerweile informiert beziehungsweise geschult, genauso das Kollegium. Da war die Diskrepanz schon groß."

Auch der Konrektor der Realschule sagt: "Die Vorbereitungszeit ist etwas länger, wir haben uns intensiv Gedanken machen können. Es trifft uns nicht unvermittelt."

Auch wenn die Schulen gut auf einen Digitalunterricht vorbereitet sind, hoffen alle befragten Schulvertreter, dass der Präsenzunterricht fortgesetzt werden kann. "Der digitale Unterricht ersetzt nicht den Präsenzunterricht. Der persönliche Kontakt zwischen Schüler und Lehrer ist enorm wichtig", sagt Anita Stanglmayr.

Ähnlich äußert sich Ursula Weger: "Distanzunterricht ist immer defizitärer als Präsenzunterricht, weil die persönliche Beziehung fehlt, weil die Erziehungsarbeit sehr viel schwerer wird für die Lehrer und weil die Schüler die Sozialkontakte vermissen. Schule ist mehr als reine Wissensvermittlung."

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