Maskenpflicht an Schule: Mutter zeigt Rektor an

Die von der Maskenpflicht befreiten Kinder, müssen in der Klasse separat untergebracht werden. Eine Mutter erstattet Anzeige wegen Nötigung.
| Stefanie Wieser
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Mit Maske zur Schule - für die meisten Eltern stellt das laut Schulamt kein Problem dar. Doch die Diskussionen in den seltenen Fällen kostet Lehrer und Schulleiter zusätzlich Zeit und Energie.
Mit Maske zur Schule - für die meisten Eltern stellt das laut Schulamt kein Problem dar. Doch die Diskussionen in den seltenen Fällen kostet Lehrer und Schulleiter zusätzlich Zeit und Energie. © Stefanie Wieser

Landshut - Probleme mit Eltern wegen der Maskenpflicht sind selten - das berichten zumindest zahlreiche Schulleiter. Dass die Diskussion zu diesen Einzelfällen allerdings Zeit und Kraft der Lehrer in Anspruch nimmt, bestätigt auch das Schulamt. Eine Mutter ging sogar soweit, gegen einen Schulleiter und auch Schulamtsdirektor Michael Kugler Anzeige wegen Nötigung zu erstatten.

Atteste zur Befreiung müssen geprüft werden

Aus Lehrerkreisen wird berichtet, dass einige Eltern mit Flyern bei den Lehrern aufschlagen und gegen die Coronamaßnahmen argumentieren. Sie kritisieren die fehlende Hinterfragung der Regierungspolitik und die Sinnhaftigkeit der Maskenpflicht.

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Ein weiteres Problem: Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht. Nahezu jeder Schulleiter, den unsere Redaktion in einer kurzen Umfrage erreicht hat, berichtet von einzelnen Fällen von Attesten. Nach den Vorgaben des Ministeriums können diese nur anerkannt werden, wenn ein genauer Grund angeführt wird. Das sei wiederum nicht so einfach, berichtet Dr. Werner Resch, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Landshut. Denn eine Diagnose bei dem Attest einzutragen sei wiederum datenschutzrechtlich problematisch. Bei den Attesten, die vorgelegt wurden, so berichten beispielsweise die Rektoren Oskar Glöbl aus Essenbach und Peter Lang aus Kronwinkl, sei das aber kein Problem gewesen.

Klage gegen Maßnahmen sei ein "Ausnahmefall"

Es geht nur darum, ob das Attest auch nachvollziehbar ist. Denn inzwischen gibt es auch Ärzte, die Atteste gegen Bezahlung im Internet anbieten, berichtet Resch, beispielsweise im Passauer Raum. Die von der Maskenpflicht befreiten Schüler müssen dann im Klassenzimmer zum Teil etwas separat gesetzt werden, um den Abstand der 1,50 Meter einzuhalten, was wiederum Diskussionen mit den Eltern nach sich zieht, berichtet BLLV-Bezirksvorsitzende Judith Wenzl aus Gesprächen mit Kollegen. Die Schulleiter versuchen durch Gespräche und auch Informationen zur rechtlichen Lage bei den Eltern um Verständnis zu werben.

Manchmal mit wenig Erfolg, wie bei einer Mutter aus Geisenhausen, die zunächst gegen den dortigen Grund- und Hauptschulleiter und inzwischen sogar gegen den Schulamtsdirektor Michael Kugler Anzeige wegen Nötigung erstattet hat, wie die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage bestätigt. Kugler spricht von einem "Ausnahmefall", zu Details äußern sich weder er, noch die Staatsanwaltschaft.

Corona-Maßnahmen: Diskussionen wegen des Lüftens

Die Polizei Vilsbiburg soll nun weiter ermitteln und darf keine Auskünfte zum laufenden Verfahren geben. Wie Kugler allerdings erklärt, setzten er und die Schulleiter nur die Vorgaben durch die Regierung um. Zudem, so betont Kugler, habe der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Maskenpflicht an Schulen bestätigt.

An anderen Schulen gab es Diskussionen wegen des Lüftens, frierenden Schülern oder auch wegen des Verzichts auf Nachmittagsunterricht, wie in Niederaichbach. "Man kann es nicht jedem recht machen", sagt dazu der Elternbeiratsvorsitzende in Niederaichbach. Er berichtet von einzelnen Eltern, die ein Problem mit den Masken haben; anderen, die finden, dass die Kinder zu wenig rausgehen; wieder anderen, die finden, die Kinder gehen zu viel raus. Die Schulleitung bemüht sich, meint er mit Verweis auf die Nachmittagsunterrichtskürzung, damit die Kinder die Masken nicht so lange tragen müssen. Das hatte aber wiederum verärgerte Anrufe von Eltern bei Bürgermeister Josef Klaus zur Folge.

Leichteres Atmen mit durchsichtigen Plastikmasken

Andernorts haben Eltern reagiert und durchsichtige Plastikmasken besorgt, wie beispielsweise in Essenbach. Rektor Oskar Glöbl und auch eine Mutter berichten, dass Schüler, die mit den Stoffmasken Probleme haben, damit besser zurechtkommen. Wenn es entsprechende DIN-norm-zertifizierte Masken sind, sind diese auch nach Rahmenhygieneplan zugelassen, so Glöbl. Es reicht, dass der Luftstrom abgeleitet wird und nicht zur Seite oder nach vorne austreten kann, erklärt er vereinfacht.

Die BLLV-Bezirksvorsitzende Judith Wenzl betont angesichts dieser schwierigen Diskussionen: "Im Lockdown im Frühjahr zeigte sich eines besonders: Man will den Präsenzunterricht, um jeden Preis. Das haben wir nun", meint Wenzl im Hinblick auf die Maskenpflicht. Viele Eltern bestätigen: Hauptsache, die Kinder können in die Schule.

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