Landshuter Kurzfilmfestival: Den richtigen Dreh gefunden

Am Sonntag um Punkt 23.59 Uhr ging das 21. Landshuter Kurzfilmfestival zu Ende, das dieses Jahr ein reines Online-Erlebnis war. Künftig soll das Festival online und im Kino gleichzeitig laufen.
| Ingmar Schweder
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Michael Orth und Birgit Horn mit dem Moderator der Preisverleihung, Marco Vogl (rechts), im Kinopolis beim Abschluss-Dreh für das 21. Landshuter Kurzfilmfestival.
Michael Orth und Birgit Horn mit dem Moderator der Preisverleihung, Marco Vogl (rechts), im Kinopolis beim Abschluss-Dreh für das 21. Landshuter Kurzfilmfestival. © Peter Litvai

Landshut - Drei Videos auf der Homepage erklären den virtuellen Gästen den Einstieg: Wie funktioniert das 21. Landshuter Kurzfilmfestival (LAKFF)? Wie kauft man Tickets und wie werden die Filmpreise vergeben?

Drei einfache Klicks, dann heißt es schon Film ab. Drei einfache Klicks, die bei so manch eingefleischtem LAKFF-Fan in den vergangenen Tagen aber auch etwas Wehmut ausgelöst haben dürften, gehört es doch zum Festival dazu, mit Freunden im Kinosessel zu versinken, sich über die Filme auszutauschen und gemeinsam in die Welt des Kurzfilms einzutauchen - von den anschließenden Partys mit den Juroren, Filmemachern und Organisatoren ganz zu schweigen. Doch dieses Jahr war für Filmfans bekanntlich die Couch angesagt.

Landshuter Kurzfilmfestival: Genehmigtes Arbeitstreffen die Ausnahme

Im Kinopolis, also dort, wo das Kurzfilmfestival unter normalen Umständen hauptsächlich stattfindet, sah es immerhin am Samstag nicht ganz so leer aus. Organisatoren, Jurymitglieder, Sponsoren und Teammitglieder durften sich zu einem genehmigten Arbeitstreffen unter Einhaltung der Hygienevorschriften und vorherigen Coronatests zusammenfinden, um die Aufnahmen für den Festivalabschluss und die Preisverleihung zu drehen.

"Was unser Team noch einmal geleistet hat, hat alle unsere Erwartungen übertroffen", sagte Organisator Michael Orth am Sonntag.

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Bis dahin lief die Festivalorganisation hauptsächlich über "Zoom-Meetings" ab, also über Webkonferenzen. "Sich dann endlich mal wieder sehen zu können, war ein unglaublich schönes Erlebnis", sagt Organisatorin Birgit Horn.

Landshuter Kurzfilmfestival: Samstag der gelungene Abschluss

Der Samstag sei der gelungene Abschluss des ersten virtuellen Kurzfilmfestivals in Landshut gewesen, das - so viel verraten die Festivalmacher bereits - in Zukunft diesen neuen Weg nicht ignorieren wird.

Alles eine Frage der Technik beim Festivalabschluss: Am Samstag dürfen sich die Organisatoren zu einem genehmigten Arbeitstreffen zusammenfinden, um die Preisverleihung abzudrehen.
Alles eine Frage der Technik beim Festivalabschluss: Am Samstag dürfen sich die Organisatoren zu einem genehmigten Arbeitstreffen zusammenfinden, um die Preisverleihung abzudrehen. © Peter Litvai

Stand Samstag wurden die rund 230 Kurzfilme über Smartphone, Smart-TV, Tablet und Co. 12.350 Mal gestreamt und 7.750 Mal vom Publikum bewertet. Die Macher scheinen für ihr Publikum in der Coronazeit den richtigen Dreh gefunden zu haben. Orth: "Die Weiterentwicklung des Festivals, die nach der Corona-bedingten Absage 2020 für das Überleben notwendig war, hat uns neue Möglichkeiten aufgezeigt."

Das Online-Angebot vom Einzelkauf eines Films für 99 Cent, über verschiedene Bundle-Tickets für ganze Filmblöcke bis zum kompletten Festival-Pass kam so gut an, dass das Landshuter Kurzfilmfestival, sollten im kommenden Jahr wieder größere Veranstaltungen in Kinos möglich sein, als Hybridveranstaltung stattfinden werde.

Weiterentwicklung des Kurzfilmfestivals fürs Überleben notwendig

Das Landshuter Kurzfilmfestival soll nicht mehr nur den Gästen im Kino vorbehalten sein, sondern Filmfans auf der ganzen Welt einladen. Auf die neugewonnene Reichweite über die Landesgrenzen hinaus, wollen die Macher nicht mehr verzichten, dafür habe es aus dem Ausland zu viele positive Rückmeldungen gegeben.

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Wie Orth und Horn berichten, konnten die 230 Filme in Deutschland und - je nach Lizenz - in Teilen Europas und manche sogar weltweit abgerufen werden. Das Festival vor Ort und das Online-Angebot, sagt Horn, sollen sich künftig sinnvoll ergänzen. Orth spricht von einer Symbiose, die gut harmonieren und dem Kino- und Festivalerlebnis vor Ort nichts wegnehmen werde.

Publikumspreis geht an "Masel Tov Cocktail" 

Grund zur Euphorie haben die Organisatoren nach dem 21. Kurzfilmfestival allemal. Technische Probleme habe es bei der Online-Premiere bei den Nutzern nur wenige gegeben und wenn doch, habe das Support-Team diese schnell lösen können, berichtet Birgit Horn. Einzig mit dem Webbrowser Safari und der Übertragung vom iPhone oder dem iPad auf den Fernseher habe es Kinderkrankheiten zu beheben gegeben. "Sonst lief alles doch sehr problemlos ab", sagt Birgit Horn.

Neben neun Jurypreisen konnten die virtuellen Festivalbesucher auch dieses Jahr wieder in einigen Kategorien ihre Lieblinge wählen. Zwischen null und fünf Sternen konnten die Filmfans an die Kurzfilme vergeben. Den mit 2.000 Euro dotierten Publikumspreis im Dachwettbewerb gewann "Masel Tov Cocktail" von Arkadij Khaet von der Filmakademie Baden-Württemberg.

Landshuter Kurzfilmfestival: Hoffen auf die große Party 2022

Mit den neuen Erfahrungen im Gepäck sind Horn und Orth bereits selbst gespannt, wie dann das 22. Kurzfilmfestival im Jahr 2022 über die Bühne gehen, und was sich das Organisationsteam bis dahin noch alles einfallen lassen wird.

Eine Bühne für die Filme, das sagen sie, vermissen sie trotz aller virtuellen Möglichkeiten dann trotzdem doch sehr. Vielleicht sei dann auch wieder eine große Party im größten Saal des Kinopolis, dem Kino 7, möglich.

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