Landshuter Bürgerbüro: Stadt will digitale Mitarbeiter einsetzen

In manchen Kommunen kümmern sich zusätzlich digitale Mitarbeiter um die Belange der Bürger - bald auch in Landshut?
| Kerstin Petri
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Das Bürgerbüro im Rathaus 2 an der Luitpoldstraße ist die zentrale Anlaufstelle für sämtliche Behördengänge bei der Stadtverwaltung.
Das Bürgerbüro im Rathaus 2 an der Luitpoldstraße ist die zentrale Anlaufstelle für sämtliche Behördengänge bei der Stadtverwaltung. © Kerstin Petri

Landshut - Werden die Besucher im Bürgerbüro bald von einer Künstlichen Intelligenz begrüßt? Wenn es nach zweitem Bürgermeister Thomas Haslinger geht, könnte das Realität werden. Er will sich testweise für einen sogenannten digitalen Mitarbeiter im Bürgerbüro einsetzen. Mit diesem sollen die Abläufe schneller und einfacher werden.

Im Eingangsbereich könnte dann ein Automat stehen, der mit Künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattet ist. Besucher des Bürgerbüros könnten damit standardmäßige Vorgänge wie das Beantragen eines neuen Personalausweises oder von Sozialhilfe erledigen. Es sind alles Angelegenheiten, die man aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht online von zu Hause aus, sondern persönlich im Amt machen muss.

Aufgaben für die Künstliche Intelligenz im Landshuter Bürgerbüro

Wenn eine Sprachbarriere vorhanden ist, etwa weil der Besucher kein Deutsch spricht, kann der digitale Mitarbeiter denjenigen in verschiedenen Sprachen oder mit leicht verständlicher Bildsprache anleiten. Das spart einen Dolmetscher, den man ansonsten für den Behördengang bräuchte.

Sollten Fragen aufkommen, könnte die KI diese beantworten. Über eine Eingabeschnittstelle könnte ein Passfoto abgegeben und am Bildschirm eine Unterschrift gesetzt werden. Ganz ohne menschliches Zutun geht es nicht: Ein Mitarbeiter muss alles noch einmal kontrollieren. Die Daten und Dokumente werden dann gesammelt und könnten außerhalb der Öffnungszeiten von Mitarbeitern bearbeitet werden.

"Das könnte für viele Menschen eine Erleichterung sein"

Auf diese Weise müsse man sich nicht mehr teils Wochen im Voraus online einen Termin geben lassen und vor Ort gegebenenfalls Wartezeiten in Kauf nehmen. Man geht einfach zum Automaten und erledigt Anträge oder Verlängerungen deutlich schneller. "Das könnte für viele Menschen eine Erleichterung sein", sagt Haslinger.

Ein weiterer Vorteil: Die Mitarbeiter des Bürgerbüros werden dadurch entlastet und können sich um komplexere Fälle kümmern. Haslinger: "Die Stadt wächst, die Arbeitsbelastung für das Personal im Bürgerbüro wird größer und damit auch die Wartezeiten für die Bürger."

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Eine Gefahr, dass der digitale Mitarbeiter einen Arbeitsplatz wegnimmt, besteht laut Haslinger nicht: "Es ist eher andersherum, für die Mitarbeiter bedeutet es eine Arbeitserleichterung. Die Gefahr, dass wir Personal wegrationalisieren, ist definitiv nicht gegeben."

Auch im Bereich Verwaltung hält die Digitalisierung Einzug. Vieles lässt sich bereits bequem online erledigen. Den digitalen und analogen Weg müsse man jedoch parallel gehen, "da wir viele ältere Mitbürger haben", sagt Haslinger. "Aber der Anteil an Bürgern, die mit der Digitalisierung groß werden, wird immer größer." Es gebe bereits Versuche mit digitalen Mitarbeitern in Kommunen in Nordrhein-Westfalen.

Findet sich in der Region ein Start-up für die Aufgabe?

Haslinger will nun einen Versuch in Landshut wagen, mit dem Vorschlag könnte sich der Stadtrat nach der Sommerpause beschäftigen. "Vielleicht gibt es sogar ein Start-up in der Region, das einen Automaten für andere Anwendungen in diese Richtung programmieren könnte."

Haslinger: "Falls es sich nicht bewähren sollte, war es einen Versuch wert. Wenn wir aber feststellen, dass es tatsächlich eine Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter bedeutet, es für die Bürger schneller geht und zu weniger Wartezeit führt, dann würde ich sofort dafür plädieren, dass wir das ausweiten. Je mehr solcher Automaten, desto besser." Denn dann bilden sich auch davor keine langen Schlangen.

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