Landshut: Ein Goldenes Haus blendet - und sorgt für Ärger

Auf das "Grüne Haus" an der Luitpoldstraße folgt das "Goldene Haus" am Kupfereck. Und dieses sorgt für reichlich Aufsehen und Unmut.
| Lisa Marie Wimmer
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Mit seinem neuen "Goldenen Haus" an der Inneren Münchener Straße in Landshut bietet Malermeister Franz Rebl erneut Zündstoff für Diskussionen.
Uli Karg Mit seinem neuen "Goldenen Haus" an der Inneren Münchener Straße in Landshut bietet Malermeister Franz Rebl erneut Zündstoff für Diskussionen.

Landshut - Er hat wieder zugeschlagen. Nach dem aufsehenerregenden Anstrich des "Grünen Hauses" an der Luitpoldstraße zieht nun auch an der Inneren Münchener Straße eine Fassade alle Blicke auf sich.

Dieses Mal aber nicht in Grün, sondern in Wellenform und Gold. Landshuts Baudirektor bezeichnet den Neubau am Kupfereck als einen weiteren Publicity-Schachzug des Eigentümers, um in die Öffentlichkeit zu kommen. Für den Besitzer und Gestalter, den Malermeister Franz Rebl aus Landau, ist es hingegen ein "Hingucker".

Klage gegen "Grünes Haus" gescheitert

Gegen den Anstrich des "Grünen Hauses" zog die Stadt 2017 vor das Verwaltungsgericht Regensburg – allerdings vergeblich. Man wollte den Hauseigentümer auf dem Gerichtsweg dazu zwingen, die quietschgrün gemusterten Fassaden zu überstreichen. Diesmal will man soweit nicht gehen. Zumindest nicht von Verwaltungsseite, sagte Johannes Doll. Denn schließlich wolle man die Publicity des Machers nicht fördern.

Begeistert über das "Goldene Haus" zeigte sich der Baudirektor gestern ganz und gar nicht. Welches Haus ihm mehr ein Dorn im Auge ist – das grüne oder das goldene? "Die schenken sich nicht viel", findet Doll, der es schade findet, dass die doch besondere Optik nicht mit der Stadt abgestimmt wurde. Eingreifen kann die Stadt bei dem Anstrich nicht. Das gehe nur, wenn es verunstaltet ist, sagt Doll: "Und dafür müsste es schon sehr grob sein." Eine Möglichkeit zur Intervention hätte es beispielsweise in der Innenstadt gegeben. Denn es gibt einen sogenannten Ensemblebereich. Dabei werden einzelne Gebäude – auch wenn sie für sich nicht denkmalgeschützt sind – als Gruppe wahrgenommen. Dann hätte es eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis gebraucht.

Als Werbung für das Malerhandwerk gedacht

Für den Baudirektor ist klar: "Das Gebäude ist darauf ausgelegt, dass der Eigentümer auch in die Öffentlichkeit kommt." Der Landauer Malermeister Franz Rebl hingegen sagt, er wolle mit solchen Projekten Werbung fürs Malerhandwerk machen: "Ich wollte etwas Besonderes machen, nicht nur 08/15. Es sollte ein Hingucker werden, woran sich hoffentlich viele erfreuen." Die Vision zu dem "Goldenen Haus" hatte Rebl schon lange im Kopf, erzählt er, er habe nur noch nach einem markanten Platz gesucht, den er jetzt gefunden hat.

Der Landauer ist Teileigentümer und hat mit seinem Geschäftspartner Thomas Gerl 15 Studentenwohnungen in dem Haus in der Inneren Münchener Straße geplant. Ab August ziehen die ersten Mieter ein.

Maler Rebl plant noch weitere bunte Häuser

Dass die Stadt nicht begeistert ist über sein Werk, hergestellt mit Vollwärmeschutz, der verputzt und mit goldener Farbe gestrichen wurde, hat Rebl schon mitbekommen. "Allerdings nur hintenrum", sagt er. Bei ihm gemeldet habe sich noch keiner. Die Kritik von Doll, dass die Optik nicht mit der Stadt abgestimmt wurde, kann der Maler nicht verstehen: "Es gibt ja keine Vorschrift dazu."

Und für ihn ist klar: "Sowas ist ein Unikat." Und es soll auch nicht das letzte bleiben. Ideen habe er schon, nur fehlen noch die Objekte. "Gerne etwas Buntes", erzählt er, aber auch andere Formen habe er für zukünftige Projekte im Kopf.

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