Koenigmuseum in Landshut bis 2022 zu ?

Der Freundeskreis Fritz Koenig bezeichnet die Pläne von Museumsleiter Franz Niehoff als "Tabubruch".
| Uli Karg
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Zahlreiche Anträge zum Kultursenat beschäftigen sich mit dem Thema Koenigmuseum.
AZ-Archiv Zahlreiche Anträge zum Kultursenat beschäftigen sich mit dem Thema Koenigmuseum.

Landshut - Diverse Anträge zum Thema Koenigmuseum, gestellt von verschiedenen Fraktionen, finden sich auf der Tagesordnung der Kultursenatssitzung am Donnerstag. Die entsprechenden Verwaltungsvorlagen, verfasst von Franz Niehoff, dem Leiter der städtischen Museen, sind seit einigen Tagen auf der Website der Stadt einzusehen. Und haben nun den Freundeskreis Fritz Koenig auf den Plan gerufen.


Der Grund: Niehoff stellt aufgrund der Notwendigkeit einer "umfassenden Revision" eine Gesamt- oder Teilschließung des Museums in Aussicht. Der Freundeskreis spricht in einer Presseerklärung von einem "ungeheuerlichen Tabubruch".

Niehoff: Revision dauert wohl bis mindestens 2022

Niehoff begründet die Schließungserwägung mit einer "generellen Lageeinschätzung". Hierzu gehöre auch eine umfassende Inventur, die bis "mindestens 2022" dauern könne. "Daran anschließend und damit verzahnt", heißt es in der Vorlage weiter, "bedarf es einer umfassenden Reorganisation der Museen der Stadt Landshut."

Die Erwägung einer Gesamt- oder Teilschließung erfolgt kurz nachdem die Stadt angekündigt hat, die neu zu besetzende Stelle der Leitung des Koenigmuseums extern auszuschreiben. Die langjährige Museumsleiterin Stefanje Weinmayr hatte das Haus zum 1. August nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit Niehoff, Oberbürgermeister Alexander Putz und Hauptamtsleiter Andreas Bohmeyer verlassen.

 Freundeskreis Fritz Koenig spricht von Tabubruch

Der Freundeskreis Fritz Koenig spricht in einer Presseerklärung, von einem Tabubruch, der noch vor wenigen Jahren "völlig undenkbar gewesen" wäre. "Er ist das einzig greifbare synergetische Ergebnis der 2017 vollzogenen Unterordnung des Skulpturenmuseums in die städtische Museumsverwaltung."

Zum Thema Inventur heißt es in der Erklärung: "Die seit Jahren bekannten, in der Presse kolportierten Fehlbestände sind zunächst eine Angelegenheit des Eigentümers, das heißt der Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung." Unabhängig vom Ausmaß möglicher Fehlbestände ergebe sich die Frage, auf welcher Grundlage die Geschäftsberichte der Stiftung, an denen externe Wirtschaftsprüfer mitgewirkt haben, in diesen Jahren verabschiedet worden seien.

Zudem sei davon auszugehen, dass die Regierung von Niederbayern "zum einen Jahr für Jahr die Stiftung geprüft hat, zum anderen die Testamentsvollstreckung nach dem Tode von Fritz Koenig auf der Basis einer von den Testamentsvollstreckern vorgelegten Vermögens- und Werkaufstellung vollzogen hat".

Museumsbetrieb zu keiner Zeit in Frage gestellt

Zu keinem Zeitpunkt, so der Freundeskreis, sei der Museumsbetrieb wegen möglicher Fehlbestände in Frage gestellt gewesen. Es sei daher nicht nachvollziehbar, warum eine Neu-Inventur unausweichlich die jahrelange Schließung des Museums mit sich brächte. "Die in den Museumsräumen ausgestellten Werke umfassen nur einen Bruchteil des Gesamtbestandes. Alle im Depot gelagerten Werke und die seit der Rückkehr aus Florenz dort abgestellten können in Ruhe und ohne Beeinträchtigung des Publikumsverkehrs neu erfasst werden."

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Die Koenig-Stiftung hingegen sollte eine Überprüfung des Bestands durch eine externe staatliche Stelle wie der Landesstelle für nicht staatliche Museen in Erwägung ziehen.

In Niehoffs Ankündigung, so der Freundeskreis, offenbare sich, "was sich lange angedeutet hat: nicht nur eine Marginalisierung, sondern nun sogar ein Verschwinden". Im Falle einer Schließung des Museums, so heißt es am Ende der Erklärung, sei man auf bestem Wege, "dass Fritz Koenig in wenigen Jahren vergessen sein wird".

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