Kampf gegen Corona: Sind die Landshuter impfmüde?

Einen Impftermin im Impfzentrum absagen oder verschieben geht nur mit triftigem Grund. Wer ihn sausen lässt, hat Pech gehabt
| Kerstin Petri
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Die Hälfte der Landshuter Bürger ist einmal geimpft.
Die Hälfte der Landshuter Bürger ist einmal geimpft. © Christine Vinçon/Archiv

Landshut - Die Urlaubszeit hat begonnen und die Sommerferien sind in nicht mehr allzu weiter Ferne. Wenn sich aber der Impftermin mit den Urlaubsplänen überschneidet, ist die Verlockung groß, den Termin für eine Coronaimpfung sausenzulassen. Das ist jedoch keine gute Idee.

"Manche haben es sich schlicht anders überlegt"

Thomas Schindler, der das Impfzentrum der Stadt leitet, spricht von einer spürbar nachlassende Impfbereitschaft der Bevölkerung. "Wir haben den Eindruck, dass es viele Menschen wegen der bevorstehenden Urlaubszeit, dem Sommerwetter und dem auch in unserer Region sinkenden Infektionsgeschehen mit der eigenen Impfung nicht mehr eilig haben. Es wird jedenfalls leider zunehmend schwieriger für uns, freie Termine zu vergeben." Die Gründe: Viele der Betroffenen hätten in der Zwischenzeit anderweitig einen Termin bekommen, sich aber bei BayIMCO nicht abgemeldet. "Und manche haben es sich schlicht anders überlegt und wollen nun bis zum Herbst warten."

Schindler warnt vor Folgen einer möglichen neuen Corona-Welle

Die Entwicklung sei deshalb problematisch, weil für eine Immunisierung in der Regel zwei Spritzen nötig sind und es deswegen ab dem ersten Stich mindestens sechs bis acht Wochen dauert, ehe der volle Impfschutz hergestellt ist. "Wenn im Herbst wirklich eine neue Welle kommen sollte, ist es eigentlich zu spät, um sich noch kurzfristig durch die Impfung vor einer Ansteckung zu schützen", so Schindler. "Das sollte jeder bedenken, der jetzt mit der eigenen Impfung zögert."

"So kann man schlecht planen mit der Anzahl der Ärzte und Mitarbeiter"

Sowohl Termine für Erst- als auch für Zweitimpfungen im Impfzentrum der Stadt Landshut werden abgesagt. Etwa fünf bis zehn Abmeldungen gebe es pro Impftag. Aber noch mehr Menschen erscheinen einfach nicht zu ihrem Impftermin. "Das ist ärgerlich, denn das verursacht Lücken in der Terminierung", sagt Schindler. Wenn in einer Stunde 30 Menschen nicht kommen, dann gebe es einen Stillstand, bis die nächsten kommen. "So kann man schlecht planen mit der Anzahl der Ärzte und Mitarbeiter. Wenn die Leute irgendwo anders einen Impftermin haben, ist das in Ordnung. Wichtig wäre uns, dass sie das einfach mitteilen."

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Einen Impftermin abzusagen, weil er zeitlich nicht passt, "das geht nicht", sagt Schindler. "Dafür braucht es einen guten Grund." Etwa eine Einweisung in eine Klinik, eine Beerdigung oder aber man kann ein ärztliches Attest vorweisen. Gleiches gilt auch für das Verschieben von Impfterminen - auch das sei nur in äußersten Notfällen möglich. Erst dann werde nach einem neuen Termin gesucht.

"Aber einen Termin abzusagen, nur weil er in die Sommerferien fällt oder Urlaub ist, das geht nicht. Wir haben auch nicht die Möglichkeit, zu sagen, dann kommen Sie am nächsten Tag, weil bereits alles geplant und terminiert ist." Einen neuen Termin gebe es dann nicht, der Patient habe dann nur noch die Möglichkeit, sich seine Impfung beim Hausarzt zu holen.

Landshut: Gut 35 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft

Fällt ein Termin aus, ist der Impfstoff dennoch nicht verloren. Der nichtaufgezogene Impfstoff wandert dann wieder in den Kühlschrank und wird an die nächsten Patienten verimpft. Der Impfstoff von Biontech sei bei dieser Lagerung vier Wochen haltbar, Astrazeneca und Johnson & Johnson sogar einige Monate.

Mittlerweile hat rund die Hälfte aller Bürger der Stadt Landshut zumindest eine erste Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Gut 35 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft. Mit beiden Werten liegt die Stadt Landshut in etwa im Landesschnitt.


Telefonische Terminvereinbarungen im Impfzentrum der Stadt Landshut sind unter diesen Nummern möglich: 0171/5578372, 0171/5580958, 0171/5582365, 0170/4116949, 0171/5582676 und 0171/5581257 .

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