Ex-Landshuter Ehepaar: "Baggschdoana"-Lektion kurz vorm Jadebusen

Ursula und Martin Batz aus Landshut geben in Hude bei Bremen Sprachkurse in Bairisch.
| Claudia Hagn
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Martin und Ursula Batz schauen sich auch manchmal "dahoam" ihr Dialekt-Lehrbuch an.
Martin und Ursula Batz schauen sich auch manchmal "dahoam" ihr Dialekt-Lehrbuch an. © privat

Landshut/Hude - Vor vier Jahren sind Ursula und Martin Batz von Landshut nach Hude gezogen. Hude, das liegt knappe 800 Kilometer weiter nördlich, in der Nähe von Bremen. Dort also, wo man keine Semmeln mehr in der Bäckerei bestellt.

Die beiden sind eigentlich aus Landshut, doch Ursula Batz zog es seit jeher irgendwie in den Norden, wie sie erzählt; vor vier Jahren war es dann soweit. Die beiden packten ihre Sachen und zogen weiter nördlich.

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Was sie mitgenommen haben, ist ihr Dialekt. Genau den wollten sie schließlich auch den Nordlichtern beibringen. "Wir haben gemerkt, dass die Norddeutschen das Bairische sehr gern mögen", sagt Martin Batz. Ob Dirndl, Lederhosen - das kommt bei Festen im Norden gut an, wenn sie unter einem bayerischen Motto stehen.

Ursula und Martin Batz bieten Bairischkurse an - im hohen Norden

Damals, als es noch Feste gab, vor Corona. Und genau deswegen haben sich die beiden ehemaligen Landshuter gedacht: Wir bieten Bairischkurse an; für die, die Bayern gern mögen, auch öfter in den Süden zum Erholen fahren und dort wenig verstehen. "Sie tun sich schwer mit dem Unterschied, wie die Wörter geschrieben sind - und wie die Bayern sie dann aussprechen", sagt Martin Batz.

Grüß Gott oder Servus heißt es in Bayern. Das lernt auch Ehepaar Batz den Nordlichtern in ihrer Wahlheimat Hude. Eigentlich kommen die beiden nämlich aus Landshut.
Grüß Gott oder Servus heißt es in Bayern. Das lernt auch Ehepaar Batz den Nordlichtern in ihrer Wahlheimat Hude. Eigentlich kommen die beiden nämlich aus Landshut. © Armin Weigel/dpa

Deshalb haben sie begonnen, genau diese Feinheiten des Bairischen für die aufzudröseln, die sie gern aufgedröselt haben. "Wir ließen damals Flyer drucken, haben eine Anzeige in der Lokalzeitung geschaltet", erinnert sich Ursula Batz. Sie, die immer schon in den Norden wollte, hat ihren Mann überredet; in Hude arbeitet sie nun im sozialen Bereich als Bildungsbegleiterin, Martin Batz ist ebenso im sozialen Bereich angestellt.

"Baggschdoana" allen Landshutern sicher ein Begriff

Ihre Bairischkurse halten die beiden mit Hilfe von kleinen Büchern, in denen die Wörter so abgedruckt sind, wie man sie spricht - also rein phonetisch. "Semmeknedl", "Biagamoasda", "Gloggnschbui" oder "Baggschdoa": All das ist in dem Buch vereint, und bei der Schreibweise könnten sogar Bayern ein wenig ins Schwitzen kommen.

Wobei "Baggschdoana" allen Landshutern ein Begriff sein müsste, haben sie doch den höchsten Turm der Welt aus eben diesem Material in ihrer Stadt stehen.

Sogar Smartphones haben mittlerweile Bairisch gelernt.
Sogar Smartphones haben mittlerweile Bairisch gelernt. © Lino Mirgeler/dpa

Ihre Kurse halten Ursula und Martin Batz - wenn nicht gerade Corona-Beschränkungen sind - in lockerer Atmosphäre, ohne Unterrichtsgefühl, sondern einfach nur gemütlich im Gespräch. "Wir wollen einfach, dass die Leute ein bisschen mehr im Urlaub in Bayern verstehen", sagen beide.

Ursula Batz über Erfahrungen beim Bäcker

Ein bisschen vermissen sie das gesprochene bairische Wort schon im hohen Norden, da dort wirklich fast gar keiner den Dialekt aus der alten Heimat spricht. Beim Bäcker hat man Ursula Batz schon mal mit "noch schönen Urlaub!" verabschiedet, obwohl sie dort doch wohnt.

Und Martin Batz spricht mit Kollegen manchmal einfach langsamer: "Aber dann irgendwann verstehen sie einen schon. Sie fragen einfach nach. Das geht dann gut."

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