Die Messehalle neben der S-Arena wird zum Landshuter Impfzentrum

In der Halle sollen sich die Einwohner der Stadt Landshut - sobald der Impfstoff bereitsteht - auf freiwilliger Basis gegen das Coronavirus impfen lassen können. Bis zum 15. Dezember soll die Infrastruktur stehen.
| Ingmar Schweder
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Neben der Sparkassenarena wird in der großen Messehalle gerade das Impfzentrum eingerichtet.
Neben der Sparkassenarena wird in der großen Messehalle gerade das Impfzentrum eingerichtet. © Archiv

Landshut - Wo vor der Pandemie noch der Nachthallenflohmarkt stattgefunden hat, soll bald dem Corona-Virus mit einem Pieks in den Arm der Garaus gemacht werden. Wie Benedikt Neumeier vom Ordnungsamt auf AZ-Anfrage am Dienstag bestätigte, wird die Messehalle neben der Sparkassen-Arena zu Landshuts Corona-Impfzentrum umgebaut.

In der Halle sollen sich die Einwohner der Stadt Landshut - sobald der Impfstoff bereitsteht - auf freiwilliger Basis gegen das Coronavirus impfen lassen können. Zudem soll die Halle auch als Basislager für den Impfstoff und das medizinische Material dienen. Die Kühlschränke, Spritzen und Kanülen werden seitens des Ministeriums gestellt. Der Impfstoff muss offenbar bei minus 70 Grad extrem gekühlt werden. Der Freistaat hat wohl 13 Millionen Spritzen und 58 Millionen Kanülen geordert, die verteilt werden sollen.

Impfzentren: Kommunen sollen bis 15. Dezember Infrastruktur schaffen

Dass ein Corona-Impfstoff bereits in den Startlöchern steht, ist ebenfalls am Dienstag bekanntgeworden. Wie die Unternehmen Biontech und Pfizer mitteilten, ist der Antrag auf bedingte Zulassung für ihren Corona-Impfstoff am Montag bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eingereicht worden. Laut Pressemitteilung von Biontech und Pfizer könnte eine Zulassung der EMA den Einsatz des Corona-Impfstoffes BNT162b2 bereits noch in diesem Jahr ermöglichen.

An der für die Impfungen benötigten Infrastruktur arbeiten derzeit die bayerischen Kommunen auf Anweisung der Bayerischen Staatsregierung unter Hochdruck: Die Kommunen sollen bis spätestens 15. Dezember die Infrastruktur bereitstellen.

So ähnlich könnten die Impfkabinen auch in der Messehalle aussehen.
So ähnlich könnten die Impfkabinen auch in der Messehalle aussehen. © Swen Pförtner/dpa

Informiert wurden sie Anfang November. Nach Angaben von Benedikt Neumeier liegt die Stadt Landshut voll im Zeitplan: "Die Infrastruktur wird bis zum 15. Dezember bereitstehen und kann innerhalb von zwei Tagen, sollte Impfstoff geliefert werden, einsatzbereit sein. Ob, wann und in welcher Menge genau der Impfstoff geliefert wird, wissen wir hingegen noch nicht."

Stadt Landshut akquiriert Fachpersonal über eine Ausschreibung

In Landshut werden neben dem Impfzentrum zusätzlich mobile Impfteams zum Einsatz kommen. Die mobilen Teams, die ihre Basis ebenfalls an der Messe haben werden, sollen den Bedarf von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen und stationären Behinderteneinrichtungen abdecken.

Das dafür benötigte medizinische Fachpersonal, so Neumeier, werde derzeit über eine Ausschreibung akquiriert. Die Suche soll spätestens nächste Woche abgeschlossen sein.

Neumeier: "Die Stadt ist verpflichtet, ein Vergabeverfahren zu machen. Es bewerben sich teils private Firmen, teils öffentliche und karitative Einrichtungen." Wie viel Personal insgesamt benötigt wird, kann Neumeier hingegen noch nicht einschätzen: "Wir kennen die genauen Kapazitäten noch nicht, beziehungsweise warten noch auf Vorgaben des Ministeriums. Fest steht, es werden mehrere Teams für das Impfzentrum benötigt. Zusätzlich wird es ein oder zwei mobile Teams geben."

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Für die Leitung und Organisation des Impfzentrums wird neben Neumeier Thomas Schindler vom Zivil- und Katastrophenschutz zuständig sein.

Software für die Terminierung und Priorisierung "eine offene Frage"

Neben den Materialien wie Impfstoff und medizinische Ausstattung soll zudem eine Software für die Terminierung und Priorisierung vom Ministerium gestellt werden. "Die haben wir aber noch nicht", sagt Neumeier. Die Kommunen sind aufgefordert worden, vorsorglich, sollte die Software nicht bis Mitte Dezember verfügbar sein, sich eine eigene Software zu beschaffen. "Wie wir das machen, ist noch eine offene Frage. Da stimmen wir uns mit unserer EDV-Stelle ab."

Die Anmeldungen für eine Impfung sollen laut Neumeier ähnlich wie beim Corona-Testzentrum ablaufen. Neumeier: "Es wird ein Onlineformular geben, dann wird man entsprechend angerufen und bekommt einen Termin." Die Messehalle soll in Zonen aufgeteilt werden. "Es wird einen Eingangsbereich, eine Anmeldung und Container in der Halle geben, in denen aus Gründen des Datenschutzes vertrauliche Gespräche stattfinden werden. Nach der Impfaufklärung und Beratung darf erst die Impfkabine betreten werden", sagt Neumeier. Zudem wird ein Wartebereich zur Nachbeobachtung aufgebaut.

Peter Dreier favorisiert Impfungen durch die Hausärzte

Bereits vergangene Woche am Freitag hatte das Landratsamt bekanntgegeben, dass ein Impfzentrum für Landkreisbewohner in einem ehemaligen Geschäftsgebäude im Gewerbegebiet bei Preisenberg (Gemeinde Kumhausen) errichtet werden soll. Bei dem Objekt handelt es sich um eine ehemalige Filiale der Drogeriemarktkette Rossmann an der Ziegelfeldstraße nahe der B15. Dort sollen nach Angaben des Landratsamts bald 25 Personen pro Schicht die Bürger des Landkreises impfen.

Gleichwohl machte Peter Dreier keinen Hehl daraus, dass er eigentlich ein anderes System im Sinn gehabt hätte. "In meinen Augen wäre es nur logisch gewesen, wenn die Impfungen von den Hausärzten durchgeführt werden würden. Sie kennen ihre Patienten und deren Krankheitsgeschichte, es besteht ein langjährig gewachsenes Vertrauen zwischen Arzt und Patient. Sie verfügen über ein weiträumiges, flächendeckendes Netzwerk, so dass wir auch über die Hausärzte sicherlich umgehend eine hohe Impfquote erreichen hätten können."

 

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