Albrecht Schöllhorn-Gaar: "Selbstdarstellung liegt mir irgendwo"

Der Landshuter Anwalt Albrecht Schöllhorn-Gaar über seine unverhoffte Karriere in den Medien.
| Lisa Marie Wimmer
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Der Landshuter Rechtsanwalt Albrecht Schöllhorn-Gaar spricht über seinen Fernsehauftritt.
Der Landshuter Rechtsanwalt Albrecht Schöllhorn-Gaar spricht über seinen Fernsehauftritt. © Schöllhorn-Gaar

Landshut - Zuletzt waren es das "Handelsblatt"und der Fernsehsender RTL, die bei dem 58-jährigen Landshuter Anwalt Albrecht Schöllhorn-Gaar angerufen hatten, um diesen für ein Interview beziehungsweise ein TV-Format zu gewinnen. Zuvor waren es diverse Anfragen zu unterschiedlichsten Themen: Pferde, das Leben eines Anwalts "auf dem Land" oder seine umstrittenen Äußerungen zum Christopher-Street-Day (CSD) 2019. Letztere sieht der Anwalt auch als Auslöser dafür, dass viele Medien so plötzlich Gefallen an ihm gefunden haben.

Schöllhorn-Gaar fühlt sich "medienmäßig irgendwo geführt" 

Damals hatte das FDP-Mitglied sich in unserer Zeitung gegen einen CSD in Landshut ausgesprochen und gesagt, dass "so schwules Zeug keinen Platz bei uns" habe. "Seither komme ich aus der Presse nicht mehr raus", sagt der Landshuter. Der Aufreger ging vergangenes Jahr durch die Presse. Zeitungen wie Bild, Welt oder Merkur berichteten. Weil er seither ständig Anfragen zu verschiedensten Projekten bekommt, vermutet Schöllhorn-Gaar, dass er "medienmäßig irgendwo geführt" wird.

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Doch das stört den 58-Jährigen keineswegs: "Ich hab' nichts dagegen. Das ist schon etwas, was mir Spaß macht", sagt er. Denn: "Selbstdarstellung liegt mir irgendwo." Begründet sieht er das in seinem Beruf, denn als Anwalt gehe es ohne eine gewisse Selbstdarstellung nicht. "Da muss man sich auch extrovertiert präsentieren können."

Dreharbeiten ein "Abenteuer" für Landshuter Rechtsanwalt

Erst vergangene Woche war Schöllhorn-Gaar in der Sendung "Tatort Deutschland - aus den Akten der Justiz" bei RTL zu sehen. Dort werden spektakuläre und kuriose Gerichtsfälle nacherzählt und nachgespielt, erklärt der Anwalt für Straf-, Verkehrs-, Nachbarschafts- und Pferderecht. An die vier Stunden dauerten die Dreharbeiten in Hürth bei Köln. Für den Anwalt war das ein "Abenteuer", das er "nicht missen möchte".

Er stellte in der Sendung einen seiner Fälle vor, der sich so vor knapp zwei Jahren in Landshut zugetragen hatte. Weil ein Nachbar die zwei Katzen eines Ehepaars an- und fett fütterte, eskalierte die Situation zu einem ausgewachsenen Nachbarschaftsstreit. Erst mit einem Vergleich vor dem Landgericht konnte dieser gelöst werden. Schöllhorn-Gaar war damals der anwaltliche Vertreter der Katzen-Besitzer.

Schöllhorn-Gaar: "Ich mache einiges, was berichtenswert wäre"

"Wenn die Leute miteinander reden könnten, bräuchte es keine Anwälte", sagt der Jurist, der immer wieder mit solch kuriosen Fällen beschäftigt ist. Vorerst bleibt es bei diesem einen Fall, den der Anwalt in der RTL-Sendung vorgestellt hat, wobei er noch "einige mehr in petto hätte", sagt er. "Ich mache einiges, was berichtenswert wäre."

Vor einigen Wochen verteidigte er beispielsweise am Landgericht in Regensburg einen Pizzabäcker, der in Bad Gögging seinen Chef erstochen hatte. "Das ist auch durchaus spektakulär gewesen", sagt er. "Das ganz Ruhige finde ich öde", so Schöllhorn-Gaar. "Wenn ich die Kugeln pfeifen höre, dann fühle ich mich zuhause."


Die Folge bei "Tatort Deutschland - aus den Akten der Justiz", in der der Landshuter Anwalt zu sehen ist, wurde vergangenen Montag bei RTL ausgestrahlt und ist jetzt online auf dem Portal TV-Now zu sehen.

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