Landesjägertag: Erneut Kampfkandidatur beim Jagdverband
Die Mitglieder des bayerischen Jagdverbandes wählen an diesem Samstag beim Landesjägertag in Straubing ihren Präsidenten. Als Favorit geht in dem schon fast traditionell zerstrittenen Jagdverband Ernst Weidenbusch ins Rennen. Der ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete führt den Verband seit Dezember 2020. Weidenbusch wird von Hubert Stärker aus Augsburg herausgefordert. Um die Ämter der drei Stellvertreter bewerben sich bisher insgesamt sechs Personen.
Bayern nicht im Deutschen Jagdverband
Im bayerischen Jagdverband toben seit vielen Jahren Machtkämpfe, teils bis hinunter in regionale und lokale Strukturen. So wurden unter anderem die Kreisgruppen Bad Kissingen und Neuburg an der Donau aus dem Verband ausgeschlossen, weil ihre Satzungen so geändert wurden, dass sie nicht mehr mit dem Landesverband übereinstimmen.
Der Landesverband seinerseits ist als einziger in den 16 Bundesländern seit 2009 nicht mehr Teil des Deutschen Jagdverbandes. Bereits 2024 hatte sich Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger - selbst Jäger - für eine Befriedung der Situation eingesetzt.
Aiwanger (Freie Wähler), zu dessen Zuständigkeiten die Jagd in Bayern gehört, wird auch in diesem Jahr als Gastredner beim Landesjägertag erwartet - ebenso wie Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU). Bereits am Samstagvormittag soll es in mehreren Foren um inhaltliche Themen gehen - vom Umgang der Jäger mit der Gams über die Frage, ob der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden soll, bis hin zu Hygieneregeln bei der Vermarktung von Wildbret.
Mehr als 80.000 Jagdscheininhaber
In Bayern haben derzeit mehr als 80.000 Männer und Frauen einen Jagdschein und dürfen somit grundsätzlich auf die Jagd gehen. Im Bayerischen Jagdverband sind rund 50.000 organisiert. Daneben existiert etwa der Ökologische Jagdverband, der wesentlich kleiner ist und dessen Mitglieder eher nach der Devise "Wald vor Wild" agieren.
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