Klostergasthof Andechs: Auf dem Heiligen Berg gibt’s bald Biercocktails

Nach monatelanger Renovierung soll der Klostergasthof Andechs Mitte April wieder eröffnen. Dann wird eine alte Tradition neu belebt.
| Ruth Schormann
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Ralf Sanktjohanser, Christian Rieger und Manfred Heissig (v.l.) stoßen an der neuen "alten Schänke" schon einmal auf die Wiedereröffnung des Klostergasthofs Andechs an.
Martin Glaab/Kloster Andechs Ralf Sanktjohanser, Christian Rieger und Manfred Heissig (v.l.) stoßen an der neuen "alten Schänke" schon einmal auf die Wiedereröffnung des Klostergasthofs Andechs an.

Andechs - Pünktlich zum Beginn der Ausflugssaison öffnet der Andechser Klostergasthof wieder seine Pforten. Die historische Wirtschaft startet mit neuen Pächtern.

Mitte April soll der Gasthof nach dreimonatiger Renovierung wieder eröffnen, teilte die Klosterbrauerei gestern mit. Manfred Heissig und Ralf Sanktjohanser übernehmen den Traditionsbetrieb am Heiligen Berg Altbayerns.

Was ist neu? Erstmals seit Jahrzehnten wird das Bier dann wieder an dem angestammten Platz der alten Schänke schräg gegenüber dem Eingang ausgeschenkt, an dem es bis in die 50er Jahre gezapft wurde.

Andechs: Moderne Biercocktails in historischen Gemäuern

Über die Theke gehen sollen erstmals auch moderne Biercocktails – und das in den historischen Gemäuern. Hunderttausende pilgern jedes Jahr zum Kloster Andechs als einem der ältesten Wallfahrtsorte Bayern – allerdings kommen die meisten bloß wegen des Bieres.

Neben dem 1438 erstmals urkundlich erwähnten Klostergasthof bietet auch das Bräustüberl Speisen und Getränke, es pflegt seine jahrhundertealte Tradition als Pilgergaststätte. Der frühere Pächter Alexander Urban hatte seinen Vertrag nach 24 Jahren im vergangenen Jahr gekündigt. Der Grund dürften Vertragsmodalitäten gewesen sein, wie die AZ vor einem Jahr bereits berichtete.

Nach AZ-Informationen soll Urban seit vielen Jahren nur noch jeweils Vertragsverlängerungen für ein Jahr als Klosterhof-Pächter bekommen haben – was freilich extreme Planungsunsicherheit für einen Gastwirt bedeutet. Und so hat er 2018 „schweren Herzens und mit Wehmut“, wie auf der alten Klostergasthof-Homepage zu lesen ist, einen Schlussstrich unter seine Tätigkeit auf dem Heiligen Berg gezogen.

Renovierung: Kloster Andechs investierte eine Million Euro

Die beiden neuen Pächter hatten schon früher zusammengearbeitet, etwa bei der Fußball-WM 2006. Manfred Heissig, gebürtiger Münchner, war bereits Sous Chef im Mandarin Oriental in München und Küchendirektor im bekannten Berliner Borchardt. Seit mehr als vier Jahren ist er als Caterer tätig. Hotelbetriebswirt Ralf Sanktjohanser kommt aus Seefeld – ist also bereits in Klosternähe aufgewachsen und lebt bis heute dort.

Ralf Sanktjohanser, Christian Rieger und Manfred Heissig (v.l.) stoßen an der neuen "alten Schänke" schon einmal auf die Wiedereröffnung des Klostergasthofs Andechs an.
Ralf Sanktjohanser, Christian Rieger und Manfred Heissig (v.l.) stoßen an der neuen "alten Schänke" schon einmal auf die Wiedereröffnung des Klostergasthofs Andechs an. © Martin Glaab/Kloster Andechs

Christian Rieger, kaufmännischer Leiter der klösterlichen Wirtschaftsbetriebe Andechs, sagte gestern, in die Renovierung der Gaststätte hätte das Kloster rund eine Million Euro investiert. Das im Landkreis Starnberg gelegene Kloster Andechs ist seit 1850 Wirtschaftsgut der Münchner Benediktinerabtei Sankt Bonifaz und soll – gemäß dem von König Ludwig I. verfügten Stiftungszweck – die Mittel für die Abtei sicherstellen. Die Erlöse aus der Klosterbrauerei ermöglichen der Abtei unter anderem ihre Arbeit für Obdachlose.

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