Keine Leiche - aber ein neuerlicher Prozess

Im Sommer 2024 verschwindet in Franken eine Frau. Die Ermittler nehmen einen heute 75 Jahre alten Mann ins Visier. Es kommt zum Prozess und zur Verurteilung. Doch nun muss erneut verhandelt werden.
dpa |
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In Bamberg beginnt vor dem Landgericht die Neuauflage des Prozesses um das Verschwinden einer Prostituierten. (Symbolbild)
In Bamberg beginnt vor dem Landgericht die Neuauflage des Prozesses um das Verschwinden einer Prostituierten. (Symbolbild) © Daniel Vogl/dpa
Bamberg

Was geschah im Sommer 2024 mit einer 33 Jahre alten Prostituierten in Oberfranken? Die Frau verschwand, bis heute gibt es weder eine Leiche noch Hinweise darauf, wo die Frau sein könnte. Aber: Es gab einen Prozess und ein Totschlags-Urteil gegen ihren heute 75 Jahre alten Lebensgefährten. Doch dieses Verfahren muss nun neu aufgerollt werden. Am Montag (12. Oktober) geht es los, bis zum 15. Januar sind zahlreiche Termine angesetzt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das Urteil des Landgerichts Bamberg aufgehoben. Begründung: Es sei beim Urteil im vergangenen Herbst ausgeschlossen worden, dass eine andere Erklärung für das Verschwinden der Frau als ihre Tötung möglich sei. Zudem dürfe nicht außer Betracht gelassen werden, dass die 33-Jährige nicht auch durch jemand anderen umgebracht worden sein könnte. Nun ist eine andere Strafkammer des Landgerichts am Zug. 

Angeklagter schwieg im ersten Prozess

Erschwert wurden die Ermittlungen dadurch, dass bis heute keine Leiche in dem Fall gefunden wurde - und dass der Mann im kompletten Prozess geschwiegen hatte. 

Die Strafkammer war überzeugt, dass der Angeklagte die Frau im August 2024 auf seinem Grundstück bei Eggolsheim (Landkreis Forchheim) im Streit getötet und ihre Leiche an einen unbekannten Ort gebracht hatte. Der Deutsche hatte die Prostituierte 2023 in einem Saunaclub in Nürnberg kennengelernt und anschließend eine Beziehung mit ihr geführt. Es soll auch Geld geflossen sein.

Am 1. August 2024 kam es nach Überzeugung der Kammer zwischen beiden zum Streit, weil die 33-Jährige erkannt habe, dass sie von "ihrem Opa", wie sie an ihre Familie geschrieben habe, erst mal kein weiteres Geld mehr bekomme. Sie kündigte an, allein nach Bulgarien fahren zu wollen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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