Kein Bussi auf Gipfel: Alpenverein mahnt zu Abstand am Berg

Keine Wanderungen, keine Skitouren, nicht zum Klettern - trotz schönsten Wetters hatten sich die meisten Bergsportler in den vergangenen Wochen zurückgehalten und auf Ausflüge verzichtet. Nun soll es auch in den Bergen wieder losgehen - mit großer Vorsicht.
| dpa
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Ein Mann unternimmt eine Bergtour. Foto: picture alliance / dpa/Symbolbild
dpa Ein Mann unternimmt eine Bergtour. Foto: picture alliance / dpa/Symbolbild

München (dpa/lby) - Kein Bussi auf dem Gipfel, Mundschutz und Desinfektion im Rucksack dabei: Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat seine Empfehlungen in der Corona-Krise angepasst und sieht Wanderungen wieder als vertretbar an. Allerdings seien Regeln zu beachten, teilte der DAV am Dienstag in München mit. Vor allem gelte: Abstand halten und Zurückhaltung bei der Tourenplanung, um Unfälle und damit auch eine zusätzliche Belastung der Krankenhäuser zu vermeiden. Auf gewohnte Rituale wie Händeschütteln oder Umarmungen am Gipfel sollten Wanderer verzichten. Vorsorglich sollten sie Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel mitnehmen. Bislang hatte der DAV an die Bergsportler appelliert, auf Bergtouren ganz zu verzichten.

"Ich bin sehr froh, dass die Bergsportgemeinde mit ihrem Verzicht in den letzten Wochen zur Eindämmung des Corona-Virus beigetragen hat", sagte DAV-Präsident Josef Klenner. "Jetzt befinden wir uns in einer entscheidenden Phase. Es geht darum, gewonnene Freiheiten so zu nutzen, dass eine neuerliche Zunahme der Ansteckungen verhindert wird."

Zum völligen Verzicht rät der DAV nicht mehr. Zu der Neubewertung hätten neben sinkenden Infektionszahlen zwei Faktoren beigetragen: Zum einen sei die befürchtete Überlastung der Bergrettung und der Krankenhäuser ausgeblieben. Zum anderen hätten die Bergsportler mit ihrem weitgehenden Verzicht auf Touren bewiesen, dass es keine Verbote brauche, um solidarisch und vernünftig zu handeln.

Der DAV mahnt aber weiter, stark besuchte Gegenden und Touren zu meiden. Zudem dürften die Landesgrenzen nicht überschritten werden. Bei Fahrgemeinschaften und Gruppengrößen müssten die Regeln der Behörden eingehalten werden - und die Maske ausgepackt werden, wenn bei Aktivitäten der Abstand von zwei Metern unterschritten werde.

Ihre Brotzeit müssen Wanderer vorerst selbst mitbringen. Die allermeisten Hütten sind geschlossen. Nur vereinzelt gibt es etwas zum Essen und Trinken zum Mitnehmen an Almen und Hütten. Ob und wann die Hüttensaison richtig beginnen kann, ist noch unklar. Hotels und damit auch andere Übernachtungsbetriebe dürfen nach der vom bayerischen Kabinett beschlossenen weitreichenden Lockerung im Freistaat ab dem 30. Mai wieder öffnen. Wie dies für Berghütten umsetzbar ist, war zunächst offen - die Enge von Matratzenlagern etwa erschwert die Einhaltung von Abstandsregeln. Volle Berghütten werde es diesen Sommer nicht geben, hatte Außenminister Heiko Maas (SPD) kürzlich schon Erwartungen für die Wandersaison gedämpft.

Wie jedes Jahr erinnerte der DAV Wanderer, die Gefahr durch Altschnee in größeren Höhen nicht zu unterschätzen. Immer wieder geschehen im Frühjahr Unfälle, weil Wanderer abrutschen.

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