In Musikvideo: Grüne-Jugend-Sprecher beleidigt CSU-Chef Markus Söder als "Hurensohn"
Was die Parteibosse der Grünen wohl dazu sagen? Luis Bobga (23), der Bundessprecher der Parteijugend der Grünen, hat in einem auf Instagram geteilten Video Bayerns Ministerpräsidenten und CSU-Chef Markus Söder als "Hurensohn" beschimpft.
In dem Clip, in dem Bobga einen Songtext des Rappers Haftbefehl nachrappt, wird bei der Textzeile "Dass du ein Hurensohn bist, hatten wir schon mal" ein Foto von Söder eingeblendet.
Chef der Parteijugend der Grünen beschimpft Söder als "Hurensohn"
Anschließend geht es um den umstrittenen Söder-Vorschlag, kleinere Bundesländer aufgrund ihrer wirtschaftlichen Schwäche zusammenzulegen. Bei der Zeile "Wie ich deinen Vorschlag finde, naja so lala" wird ein Textfeld mit "Söder will weniger Bundesländer – Bayern soll bleiben" eingeblendet.
Luis Bobga, der an der Universität Osnabrück internationale Migration und interkulturelle Beziehungen studiert, ist seit Oktober vergangenen Jahres Bundessprecher der Grünen Jugend.
Schon Bobgas Amtsvorgängerin beleidigte Söder
Er folgte auf diesem Posten Jette Nietzard (27), die ebenfalls mit verbalen Entgleisungen gegen den bayerischen Ministerpräsidenten aufgefallen ist. "Dieser Hundesohn will einfach nur das gute Leben für sich und nicht das gute Leben für alle", sagte Nietzard im September 2025 in einem TikTok-Video über Söder.
Dass Parteimitglieder politische Gegner beleidigen, dürfte bei den Parteigranden der Grünen sicherlich nicht gut ankommen, inszeniert sich die Partei derzeit doch äußert offensiv als ein Widerstandskämpfer gegen Hass und Hetze. Die ins Leben gerufene Grüne Netzfeuerwehr hat es sich zur Aufgabe gemacht in den sozialen Medien gegen menschenverachtende Kommentare und Desinformation vorzugehen.
Bobga erweist seiner Partei einen Bärendienst
"Menschenverachtende Positionen und Desinformation lassen wir nicht unkommentiert stehen. Unsere Gesellschaft ist demokratisch, bunt und vielfältig. Und das soll auch so bleiben. Als Grüne Netzfeuerwehr kommentieren wir gegen Hass und Falschinformationen – und für grüne Werte, Menschenrechte und Freiheit", heißt es in einem Artikel, den man auf der Homepage der Grünen findet.
Und dass die Grünen bei Hassnachrichten nicht zimperlich sind, zeigt das Beispiel von Ex-Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (56), der Hunderte Anzeigen gegen die Verfasser von Hassnachrichten erstattete, die sogar Hausdurchsuchungen zur Folge hatten. Und Ex-Bundesfamilienministerin Lisa Paus (57) sagte 2024: "Hass im Netz ist eine Bedrohung für die Demokratie."
Mit den Beleidigungen von Markus Söder hat Bobga seiner Partei also einen Bärendienst erwiesen. Man darf gespannt sein, ob und wie sich Parteimitglieder der Grünen zu dem Vorfall äußern werden, sofern das Video nicht schon in Kürze wieder gelöscht wird.
Heftige Kritik an Bobga bei Instagram
Zustimmung für den Nachwuchspolitiker war am Samstagnachmittag im Kommentarbereich jedenfalls kaum eine zu lesen, vielmehr wehte Luis Bobga ein heftiger Gegenwind ins Gesicht.
Aussagen wie "Gutes Vorbild. Dich soll man ernst nehmen? Wenn da wirklich ernsthafte politische Ambitionen vorhanden waren, dann sind die hoffentlich hiermit Geschichte!", "Kritik an Markus Söder ist legitim, persönliche Beleidigungen nicht. Wer politische Debatten ernst meint, sollte sie inhaltlich führen und nicht auf diesem Niveau", "...und du studierst Migrationspolitik und internationale BEZIEHUNGEN? Einfach nur peinlich......" oder "Wenn Grüne anfangen sich für Grüne zu schämen" zu lesen.
CSU-Politiker fordert Konsequenzen
Gegenwind gab es auch von der CSU. In der "Bild" forderte Alexander Hoffmann (50), Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, dass "Bobga sich für seine Hassrede bei Markus Söder entschuldigen und das Video löschen muss." Zudem verlangt er von den Grünen-Vorsitzenden Felix Banaszak und Franziska Brantner eine Reaktion. "Auch wer Demokratie und ihre Institutionen durch Unterlassen gefährdet, ist kein echter Demokrat", so Hoffmann.
