ICEs statt Regionalzüge? Diese Pendler-Route nach München ist in Gefahr

Weniger Regionalzüge zwischen Augsburg und München? Pendler, Politiker und der Freistaat stellen sich gegen die Pläne der Bahn und fordern, das Angebot nicht zu kürzen.
AZ/dpa |
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Das Bahnunternehmen Arverio betreibt den im Auftrag des Freistaats den Regionalverkehr zwischen München und Augsburg und dürfte dann künftig seltener fahren. (Archivbild)
Das Bahnunternehmen Arverio betreibt den im Auftrag des Freistaats den Regionalverkehr zwischen München und Augsburg und dürfte dann künftig seltener fahren. (Archivbild) © Stefan Puchner/dpa

Pläne der Deutschen Bahn (DB) zur Ausdünnung der stark frequentierten Regionalbahnverbindungen zwischen Augsburg und München stoßen zunehmend auf Widerstand. Kommunalpolitiker, der Freistaat und betroffene Pendler protestieren gegen das Vorhaben, wonach ab 2028 zwischen den beiden benachbarten Großstädten deutlich weniger Nahverkehrszüge fahren sollen. Die Bahn verweist darauf, dass es sich um ein laufendes Verfahren handele und es noch keine Festlegung gebe.

Hintergrund ist, dass die Infrastrukturtochter der DB den Bahnknoten München und mehrere Zulaufstrecken für überlastet erklärt hat. Darunter ist auch die Strecke von der Landeshauptstadt nach Olching, eine Teilstrecke der Bahnlinie nach Augsburg. Nach einem von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Dokument sehen die Pläne der DB vor, dass künftig pro Richtung nur noch zwei Regionalzüge pro Stunden fahren könnten, bislang sind zu den Hauptzeiten bis zu vier Züge unterwegs. Dennoch sind schon jetzt die Bahnen teilweise so voll, dass Fahrgäste nur stehen können.

Auf die Strecke sollen mehr ICE, dafür weniger Regionalbahnen 

Schwerpunktmäßig sollen nach den Bahnplänen in Zukunft bevorzugt ICE die überlastete Strecke nutzen können. Nach Berechnungen bedeutet dies, dass dann zwölf Verbindungen des Regionalverkehrs zwischen Augsburg und München entfallen würden.

Drei schwäbische Landräte sowie der Augsburger Oberbürgermeister Florian Freund (SPD) haben nun gemeinsam von der DB-Tochter verlangt, von den Plänen Abstand zu nehmen. "Wer mehr Menschen für den Umstieg auf die Bahn gewinnen will, darf ausgerechnet auf einer der wichtigsten und am stärksten genutzten Pendlerachsen Bayerns nicht das Angebot kürzen", sagte der Augsburger Landrat Martin Sailer (CSU). Er verwies auf die teils sehr starke Auslastung der Züge. "Die Antwort auf steigende Fahrgastzahlen kann deshalb nicht lauten: weniger Regionalverkehr."

Die Kommunalpolitiker kritisierten, dass die Mobilität der Pendlerinnen und Pendler entlang der Strecke beschnitten werde, wenn künftig zusätzliche ICE-Züge statt Regionalbahnen zwischen Augsburg und München fahren würden. "Mehr Fernverkehr ist grundsätzlich zu begrüßen. Aber er darf nicht auf Kosten der Menschen gehen, die jeden Tag auf den Regionalverkehr angewiesen sind."

Petition übertrifft schnell die Erwartungen der Initiatorin

Derzeit können Bahnkunden mit einer Online-Petition gegen die Pläne der DB protestieren. Nach zwei Wochen hatten bereits mehr als 2.500 Menschen unterzeichnet, die Initiatorin wollte zunächst nur 1.500 Unterstützer gewinnen. Auch in der Petition heißt es, der notwendige Ausbau des Fernverkehrs werde nicht infrage gestellt. "Fern- und Regionalverkehr dürfen jedoch nicht gegeneinander ausgespielt werden."

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) betont ebenfalls, dass der Freistaat mit einer Streichung von Verbindungen nicht einverstanden sei. Es werde "die Aufrechterhaltung des Status quo und damit mehr Züge als in den vorgestellten Plänen" gefordert, teilte die staatliche BEG mit. Von den Streichungen wäre primär das Bahnunternehmen Arverio Bayern betroffen, das im Auftrag der BEG die Nahverkehrsangebote von der Landeshauptstadt nach Schwaben betreibt.

Die Bahn äußert sich bislang nicht konkret zu den geplanten Streichungen. Eine DB-Sprecherin sagte allerdings zu dem Konzept, dass der Konzern nach den gesetzlichen Vorgaben einen Plan zur Erhöhung der Schienenwegkapazität erarbeite. "Dieser enthält sowohl langfristige Infrastrukturmaßnahmen als auch kurzfristige Maßnahmen im Fahrplan", sagte sie. Die Bundesnetzagentur könne in dem laufenden Verfahren nun auch noch Änderungen vornehmen.

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  • Monika1313 vor 10 Stunden / Bewertung:

    So sieht also der Ausbau des ÖPNV aus? Man fährt wieder Auto. Danke!

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