ICE-Trasse von München nach Nürnberg: Pfusch im Tunnel?

ICE-Trasse von München nach Nürnberg: Wurde beim Bau gepfuscht – ähnlich wie in Köln bei den U-Bahntunnels? Dem Chef der unter Verdacht stehenden Baufirma Bilfinger Berger, Herbert Bodner, droht deswegen das Karriere-Aus.
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ICE-Trasse von München nach Nürnberg: Wurde beim Bau gepfuscht – ähnlich wie in Köln bei den U-Bahntunnels? Dem Chef der unter Verdacht stehenden Baufirma Bilfinger Berger, Herbert Bodner, droht deswegen das Karriere-Aus.

MÜNCHEN Acht Jahre Bauzeit, 3,6 Milliarden Euro teuer: Die 2006 in Betrieb genommene ICE-Trasse von München nach Nürnberg ist ein Vorzeige-Projekt von Deutscher Bahn und Freistaat. Doch jetzt gibt es einen schlimmen Verdacht: Wurde beim Bau gepfuscht – ähnlich wie in Köln bei den U-Bahntunnels? Dem Chef der unter Verdacht stehenden Baufirma Bilfinger Berger, Herbert Bodner, droht deswegen das Karriere-Aus.

Die Nachricht hatte Bahnkunden am Wochenende reichlich nervös gemacht: Im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Bauskandal bei der Kölner U-Bahn wird auch der Bau der ICE-Trasse überprüft. Denn laut Staatsanwaltschaft Köln besteht auch hier der Verdacht auf fehlerhaft angebrachte oder fehlende Anker beim Tunnelbau.

Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) zeigte sich am Wochenende alarmiert. Er verlangte eine unverzügliche Überprüfung der Hinweise. „Ich fordere den Bund und die Deutsche Bahn auf, sofort zu klären, ob es Baumängel auf der ICE-Trasse München-Nürnberg gibt“, so Zeil. Die Sicherheit im Fern- und Nahverkehr habe „allerhöchste Priorität“. Auch die Münchner Staatsanwaltschaft hatte eine Prüfung angekündigt (AZ berichtete).

Nach Angaben der Deutschen Bahn liegen derzeit keine Erkenntnisse über Mängel oder Unregelmäßigkeiten beim Bau der 170 Kilometer langen Trasse mit mehreren bis zu 7,7Kilometer langen Tunneln vor. Eine aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzung von 300 auf 200 Stundenkilometer auf der Strecke habe „überhaupt gar nichts“ mit den Hinweisen auf möglichen Pfusch beim Bau zu tun, so die Bahn. Eine solche Reduzierung gelte bei Schnee und Eis bundesweit auf allen Hochgeschwindigkeitsstrecken.

Bei der Münchner Staatsanwaltschaft hieß es am Wochenende, es würden nun „alle Informationen zu dem Fall gesammelt“. Bilfinger Berger hatte erklärt, dass die internen Untersuchungen deutlich ausgeweitet werden. „Wir wollen sicherstellen, dass alle Projekte, in denen Technologien wie beim U-Bahnbau verwendet wurden, korrekt ausgeführt worden sind“, so Vorstandschef Herbert Bodner – auch der Bau der ICE-Trasse.

Bilfinger Berger gehörte zur Transrapid-Arge. An weiteren Münchner Großprojekten ist Deutschlands zweitgrößte Baufirma derzeit nicht beteiligt. ber

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