Hitzewelle: Wird das Trinkwasser in Franken knapp?

Temperaturen weit über 30 Grad und Trockenheit - von akuter Trinkwasserknappheit spricht noch niemand in Bayern. Im Kreis Forchheim gibt es aber jetzt ein Verbot.
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Noch geht keine akute Trinkwasserknappheit aus, jedoch wurde in einem Landkreis schon das Autowaschen mit Trinkwasser verboten. (Symbolfoto)
dpa Noch geht keine akute Trinkwasserknappheit aus, jedoch wurde in einem Landkreis schon das Autowaschen mit Trinkwasser verboten. (Symbolfoto)

Forchheim/Nürnberg - Das Trinkwasser könnte wegen der anhaltenden Trockenheit in Teilen Frankens knapp werden. Ein Wasserversorger im Raum Forchheim hat seinen Nutzern verboten, mit Trinkwasser das Auto zu waschen und den Rasen zu bewässern. "Alles Überflüssige sollte weggelassen werden", sagte ein Sprecher des Zweckverbandes Leithenberg-Gruppe am Montag.

Der Verband versorgt mehr als 2500 Haushalte im Landkreis Forchheim mit Trinkwasser, das aus Tiefbrunnen gewonnen wird. Eine akute Knappheit drohe nicht, sagte der Sprecher. Man wolle aber frühzeitig handeln. Das Verbot ist nach Angaben des Zweckverbandes eine Anordnung: Wer sich nicht daran halte, müsse mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

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Beim Nürnberger Energieversorger N-Ergie seien solche Verbote derzeit nicht notwendig, sagte eine Sprecherin. Die Trinkwasservorräte für die größte Stadt Frankens bewegten sich "im grünen Bereich".

Ein grundsätzliches Mengenproblem habe man bei einer derartigen Trockenheit in der Region nicht, sagte Hans Hemmerlein, Chef des für den Bereich Oberfranken-West verantwortlichen Wasserwirtschaftsamts in Kronach. Aber die dezentralen Strukturen in ländlichen Gebieten führten dazu, dass es bei einzelnen kleinen Wasserversorgern zu Problemen kommen könne. Sie hätten oft nur einen Tiefbrunnen. Deshalb rate man den kleineren Versorgern zu Kooperationen, damit man sich gegenseitig aushelfen könne.

Dem statistischen Landesamt zufolge verbraucht jeder Bayer durchschnittlich täglich 129,5 Liter Wasser - das sind 4,5 Liter weniger als noch 2001. Die Trinkwasserversorgung ist in Bayern in kommunaler Hand - und wird meist von städtischen Unternehmen verantwortet oder von Zweckverbänden, in denen sich mehrere Gemeinden zusammengeschlossen haben. Gerade in ländlichen Gebieten mit geringer Bevölkerungsdichte gibt es aber auch noch Kommunen und Dörfer mit eigener Wasserversorgung.

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Nach Angaben des Umweltministeriums liefern rund 9500 Brunnen und Quellen jährlich mehr als 860 Millionen Kubikmeter Grund- und Quellwasser.

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