Hisbollah-Ermittlung: Behörden erfuhren von Ammoniumnitrat

München/Berlin (dpa/lby) - Die Sicherheitsbehörden sind bei ihren Ermittlungen zur Hisbollah auf eine Lagerung von Ammoniumnitrat in Deutschland aufmerksam geworden. Das Bundesamt für Verfassungsschutz teilte auf Nachfrage mit, in der Vergangenheit sei die Lagerung von sogenannten "Cold-Packs", die unter anderem Ammoniumnitrat enthielten, bekannt geworden.
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FDP-Fraktionschef Martin Hagen spricht bei einer Sitzung des bayerischen Landtags. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild
dpa FDP-Fraktionschef Martin Hagen spricht bei einer Sitzung des bayerischen Landtags. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild

München/Berlin (dpa/lby) - Die Sicherheitsbehörden sind bei ihren Ermittlungen zur Hisbollah auf eine Lagerung von Ammoniumnitrat in Deutschland aufmerksam geworden. Das Bundesamt für Verfassungsschutz teilte auf Nachfrage mit, in der Vergangenheit sei die Lagerung von sogenannten "Cold-Packs", die unter anderem Ammoniumnitrat enthielten, bekannt geworden. "Die eingelagerten "Cold-Packs" sind im Jahr 2016 wieder aus Deutschland heraus gebracht worden. Es liegen keinerlei Erkenntnisse oder Anhaltspunkte dazu vor, dass die hiesige "Cold-Pack"-Lagerung in einem Zusammenhang mit den Lagerungen im Hafen von Beirut steht."

In der libanesischen Hauptstadt waren bei einer Explosion im Hafen mehr als 130 Menschen gestorben. Als mögliche Ursache gilt unsachgemäß gelagertes, hochexplosives Ammoniumnitrat.

Die FDP im bayerischen Landtag hatte vor der Mitteilung des Verfassungsschutzes eine Anfrage zu Ammoniumnitratlagerungen in Süddeutschland an die Staatsregierung gerichtet. "Bayern darf nicht zum Sprengstofflager von Islamisten werden", sagte Fraktionschef Martin Hagen der Deutschen Presse-Agentur in München. Er bat die Staatsregierung in einer schriftlichen Anfrage um Antwort, ob die bayerischen Behörden über Lager im Freistaat informiert wurden, ob diese gefunden wurden und wie viel Ammoniumnitrat dabei sichergestellt wurde. Ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums sagte der dpa dazu: "Uns liegen hier keine Erkenntnisse vor."

Hintergrund der FDP-Anfrage waren israelische Medienberichte, die vor allem auf einen Bericht des Senders Channel 12 zurückgingen. Der hatte im Frühjahr ohne Angabe von Quellen berichtet, der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad habe deutsche Dienste darüber informiert, dass die Hisbollah in süddeutschen Lagerhallen Ammoniumnitrat aufbewahre. Das Bundesinnenministerium teilte auf Nachfrage zu möglichen Ammoniumnitrat-Funden in Deutschland mit: "Dazu können aus Gründen des Schutzes operativer Belange der deutschen Sicherheitsbehörden keine Angaben gemacht werden."

Der Hafen von Beirut steht größtenteils unter der Kontrolle der Hisbollah-Organisation. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte im April ein Betätigungsverbot für die Hisbollah in Deutschland bekanntgegeben.

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