Gründermangel im Gründerland: erneut weniger neue Firmen

München (dpa/lby) - Der Staatsregierung bleibt bei ihrer Initiative für mehr Firmengründungen in Bayern der Erfolg versagt: 2018 ist die Zahl der neugegründeten Firmen ein weiteres Mal gesunken. Ins Gewerberegister eingetragen wurden exakt 88 958 Firmen.
| dpa
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München (dpa/lby) - Der Staatsregierung bleibt bei ihrer Initiative für mehr Firmengründungen in Bayern der Erfolg versagt: 2018 ist die Zahl der neugegründeten Firmen ein weiteres Mal gesunken. Ins Gewerberegister eingetragen wurden exakt 88 958 Firmen. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Rückgang von 0,4 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag in Fürth mitteilte. Laut Bayerischem Industrie- und Handelskammertag (BIHK) war das im neunten Jahr in Folge ein Minus.

Die Staatsregierung hatte sich schon im vergangenen Jahrzehnt zum Ziel gesetzt, Existenzgründungen zu fördern - ein entsprechender Pakt wurde 2007 unterzeichnet. Seit einigen Jahren gibt es die Initiative "Gründerland Bayern". Die erhoffte Vermehrung der Firmengründungen ist jedoch bislang ausgeblieben. "Bayern soll Gründerland Nummer eins in Europa werden", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

Eine maßgebliche Ursache für den Nachwuchsmangel unter Bayerns Unternehmern sehen sowohl Aiwanger als auch die Kammern in der guten Konjunktur: "Wenn die Wirtschaft brummt, dann wagen weniger Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit", sagte Aiwanger. BIHK-Präsident Eberhard Sasse forderte mehr Mumm von den Managern: "Auch alteingesessene Betriebe sind im Bestand gefährdet, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko tragen wollen."

Zurückgegangen ist aber auch die Zahl der Firmenpleiten. Im vergangenen Jahr meldeten 2444 Unternehmen Insolvenz an, das waren 4,5 Prozent weniger als 2017. Allerdings zählt dazu auch einer der größten Fälle von Wirtschaftsbetrug der deutschen Geschichte: Die Pleite der Münchner Containerfirma P&R, die gut eine Million nichtexistente Container an Anleger verkauft haben soll. Der Schaden wird auf bis zu drei Milliarden Euro geschätzt.

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