Gewerkschaft: Doppelstaatler bei Kriminalität extra zählen

In NRW sollen Menschen mit mehreren Staatsbürgerschaften extra in der Kriminalitätsstatistik auftauchen. Zieht Bayern nach?
dpa |
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Sollen Doppelstaatler in der Kriminalstatistik eigens gezählt werden? (Archivbild)
Sollen Doppelstaatler in der Kriminalstatistik eigens gezählt werden? (Archivbild) © Daniel Bockwoldt/dpa
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München

Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert, dass auch in der bayerischen Kriminalstatistik - wie in Nordrhein-Westfalen geplant - künftig Mehrfach-Staatsangehörigkeiten von Verdächtigen und Opfern erfasst werden sollen. Man unterstütze die Initiative von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU), teilte der Landesverband Bayern der Gewerkschaft mit und fordert sogar eine rasche bundeseinheitliche Anpassung der Kriminalstatistik.

Das bayerische Innenministerium reagierte etwas vorsichtiger. Das sei ein interessanter Ansatz, hieß es zu dem Vorstoß des NRW-Innenministers. "Wir werden uns, sobald erste Ergebnisse aus dem Vorgehen in Nordrhein-Westfalen vorliegen, diese genauer anschauen", sagte eine Ministeriumssprecherin.

Reul hatte am Donnerstag angekündigt, dass rückwirkend zum 1. Juli Mehrfach-Staatsangehörigkeiten von Verdächtigen und Opfern in der Statistik ausgewiesen werden. "Wer die Realität sehen will, muss sie auch messen", sagte er der "Rheinischen Post". Damit geht NRW einen Sonderweg. Bisher werden etwa in der bundesweiten Kriminalstatistik deutsche Verdächtige mit einem weiteren Pass lediglich als deutsche Tatverdächtige geführt. 

Gewerkschaft: Realistischeres Lagebild wichtig

Die Polizeigewerkschaft betonte, Transparenz in der Statistik sei grundsätzlich wichtig - auch die Erfassung von Mehrfach-Staatsangehörigkeiten könne helfen, kriminalistische Phänomene besser zu verstehen. "Die Erfassung kann ein realistischeres Lagebild liefern, insbesondere bei Kriminalitätsformen mit internationalem Bezug", hieß es. "Das stärkt auch die Prävention und ist wichtig für strategische Entscheidungen. Denn in der Präventionsarbeit gilt der Grundsatz: Wer Ursachen verstehen will, braucht differenzierte Daten."

Es müssten aber noch mehr Bundesländer nachziehen, nur dann seien einheitliche Standards für die Kriminalstatistik möglich, hieß es weiter. Das verhindere auch neue verzerrte Debatten. "Deshalb ist eine bundeseinheitliche Erfassung sinnvoll, statt wieder ein Flickenteppich einzelner Länder."

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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