Flug-Taxi nach Oberpfaffenhofen

Unternehmen für Geschäftsflieger will den Sonderflughafen als Standort nutzen. Insgesamt zehn Maschinen sollen Managern dort zur Verfügung stehen - wenn die Richter es erlauben.
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Daniel von Loeper Illustration

Unternehmen für Geschäftsflieger will den Sonderflughafen als Standort nutzen. Insgesamt zehn Maschinen sollen Managern dort zur Verfügung stehen - wenn die Richter es erlauben.

OBERPFAFFENHOFEN Die Anwohner gehen in die Luft: Die Gegner des Fluglärms rund um den Sonderflughafen Oberpfaffenhofen (Gemeinde Weßling) wittern Krach. Denn das Air-Taxi-Unternehmen Jetbird aus Dublin möchte dort zehn seiner Maschinen stationieren, hier starten und landen.

Am Dienstag stieg ein Very-Ligt-Jet vom Typ Embraer Phenom 100 als Vorführ-Flug mit Journalisten an Bord auf (AZ berichtete). „Geschäftsflüge sind ja nicht verboten“, so Thomas Warg von der Edmo Flugbetrieb GmbH in Oberpfaffenhofen. Nur die Erweiterung des Airports ist vom Tisch. Das hat die Bayerische Staatsregierung beschlossen. „Oberpfaffenhofen soll Werks- und Forschungsflugplatz bleiben“, betont Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) gerne.

„Aber wir müssen trotzdem wirtschaftlich arbeiten“, erklärt Warg von der EDMO. Das heißt: Es muss viel geflogen und gewartet werden. Die Gesellschaft hatte deswegen Antrag auf eine Öffnung des Flughafens für Geschäftsverkehr gestellt. Vergangenes Jahr im Juli kam der positive Bescheid vom Luftamt Südbayern.

Riesiger Protest und viele Klagen

Und seitdem regt sich heftiger Protest: Mehrere Kommunen, auch der Landkreis Starnberg, reichten Klagen gegen die Genehmigung ein. Die Prüfung durch das Verwaltungsgericht München dauert noch an, für Oktober wird ein Urteil erwartet.

„Das warten wir noch ab“, sagt Siegfried Römer, Vertriebsdirektor von Jetbird. Wenn tatsächlich für den Business-Verkehr in Oberpfaffenhofen entschieden wird, „dann sind wir im ersten Halbjahr 2010 dort“. Erst einmal wird Ende September der Flugbetrieb in Köln/Bonn als deutscher Standort des Unternehmens mit acht Maschinen aufgenommen, dann folgt Berlin-Schönefeld. „Aber mit einem Produkt wie unserem können wir nicht um München herumfliegen, sondern müssen es als Start und Ziel anbieten.“ Sollte Oberpfaffenhofen nicht klappen, müsse man eben auf den Franz-Josef-Strauß-Airport ausweichen.

Doch flyjetbird.com scheint zuversichtlich, dass es bald neben dem Weßlinger See landet. Im Internet können sich Manager und sonstige Geschäftsflieger ausrechnen, was ein spezieller Luft-Taxi-Trip kosten würde. Unter den vielen Flugzielen wie Amsterdam, Bologna oder Nizza findet sich auch Oberpfaffenhofen. Barbara Brießmann

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