Ex-CSU-Chef Huber wirft Söder fehlenden Mannschaftsgeist vor

Erwin Huber gilt in der CSU als Kritiker von Markus Söder, aber auch als intellektuelle Instanz. So deutlich wie jetzt wurde er selten in Bezug auf den aktuellen Parteichef.
AZ/dpa |
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Der frühere CSU-Chef Erwin Huber hatte zuletzt gewisse Sympathien für grüne Politik-Ideen erkennen lassen - nun kritisiert er offen das Vorgehen des aktuellen Parteichefs Markus Söder. (Archivbild)
Der frühere CSU-Chef Erwin Huber hatte zuletzt gewisse Sympathien für grüne Politik-Ideen erkennen lassen - nun kritisiert er offen das Vorgehen des aktuellen Parteichefs Markus Söder. (Archivbild) © Armin Weigel/dpa

Der frühere CSU-Chef Erwin Huber hat seinem Nachfolger im Parteivorsitz, Markus Söder, wegen dessen Vorgehen in der Bundespolitik unter anderem "fehlenden Mannschaftsgeist" vorgeworfen. "Söder sollte endlich lernen, konstruktiv im Team Merz zu spielen, statt von der Seitenlinie falsche Einwürfe zu fabrizieren", sagte Huber dem "Spiegel".

Söder hatte zuletzt öffentlich mehr Reformtempo gefordert, unter anderem in einem Interview des "Stern". Zugleich verlangt er aber auch Entlastungen für Unternehmen, Erben und Spitzenverdiener – ein Widerspruch zu den Vorschlägen von Finanzminister Lars Klingbeil vom Koalitionspartner SPD. Die CSU wollte die Kritik Hubers auf dpa-Anfrage nicht kommentieren. 

"Weder durchdacht noch durchgerechnet"

Söder setze als Koalitionspartner in Berlin "knappe Fristen, verbunden mit einem Nein zu vielen Reformschritten", sagte Huber dem Magazin. "Zusätzlich fordert er trotz hoher Verschuldung saftige Mehrausgaben und eine unrealistische Steuerpolitik, die weder konzeptionell durchdacht noch durchgerechnet ist."

 "In Bayern spart er für den ausgeglichenen Haushalt zulasten von Familien, Pflege, Besoldung", sagte Huber. Dafür nehme Söder Ärger in Kauf. Dagegen stehe sein Vorgehen in Berlin mit den Ansagen an die Partner. "Sollte Söder eine Doppelstrategie vorschweben – ein Standbein in der Koalition und ein Spielbein in der Opposition, sage ich: Das geht nicht in Zeiten multipler Krisen", betonte der 79-Jährige. 

Keine politischen Extratouren

"Wo ist ein Steuerprogramm der CSU? Wo ein Konzept zu Rente und Gesundheit?", fragte er. Die Zeiten seien zu ernst und der Vertrauensverlust der Koalition sei zu hoch "für politische Extratouren".

Der 79 Jahre alte Erwin Huber war in den Jahren 2007 und 2008 als Nachfolger von Edmund Stoiber CSU-Parteivorsitzender, bevor Horst Seehofer übernahm. Zuletzt hatte Huber für Aufsehen gesorgt, als er die Nähe zu den bayerischen Grünen suchte und bei deren Fraktionsklausur auftrat. Söder hatte er daraufhin für dessen "serielles Grünen-Bashing" an den Pranger gestellt.

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  • Der wahre tscharlie am 29.03.2026 18:03 Uhr / Bewertung:

    Herr Huber hat schon Recht.
    Die Spitzenverdiener werden steuerlich entlastet und das Landespflegegeld, auch wenn es eine freiwillige Leistung ist, wird halbiert.
    Und diese Einwürfe von der Seitenlinie nerven ja schon seit Jahren. Da kommen Vorschläge aus Berlin und anstatt darüber sachlich zu diskutieren, kommt aus Bayern erstmal ein Nein.
    So macht man keine Politik.

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  • Rechtsverdreher am 29.03.2026 14:38 Uhr / Bewertung:

    Einwürfe alter frustrierter Männer , die nichts mehr zu sagen haben, sich aber für wichtig und unverzichtbar halten … gibts in jeder Partei, jedem Unternehmen und jedem Verein.

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  • Rechtsverdreher am 29.03.2026 14:33 Uhr / Bewertung:

    Kritik von frustrierteren alten Männern, auf die niemand mehr hört weil ihre Zeit einfach vorbei ist, gibt’s in jeder Partei und in jedem Unternehmen. Bitte nicht allzu wichtig nehmen und schon gar nicht drauf eingehen

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