Erlanger in Kamerun inhaftiert: Proteste vor Rathaus

Erlangen (dpa/lby) - Für die Freilassung eines Deutschen aus einem Gefängnis in Kamerun haben am Freitag mehrere Dutzend Menschen am Freitag vor dem Erlanger Rathaus demonstriert. Der 41-Jährige hat Wurzeln in dem afrikanischen Land und lebte nach Angaben der Organisatoren mit seiner Frau und zwei Kindern in Erlangen.
| dpa
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Erlangen (dpa/lby) - Für die Freilassung eines Deutschen aus einem Gefängnis in Kamerun haben am Freitag mehrere Dutzend Menschen am Freitag vor dem Erlanger Rathaus demonstriert. Der 41-Jährige hat Wurzeln in dem afrikanischen Land und lebte nach Angaben der Organisatoren mit seiner Frau und zwei Kindern in Erlangen. Er war demnach während eines Urlaubs in Jaunde, der Hauptstadt Kameruns, Mitte Februar festgenommen worden. Mehrere Medien hatten über den Fall berichtet.

Das Auswärtige Amt bestätigte auf Anfrage, dass der "Haftfall" der Behörde bekannt sei. Die Deutsche Botschaft in Jaunde betreue den Betroffenen konsularisch. Auch Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) und die Erlanger SPD-Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich engagieren sich für die Freilassung, wie die Leiterin des städtischen Büros für Chancengleichheit und Vielfalt, Silvia Klein, auf Anfrage sagte.

Wegen "Unruhestiftung im Gefängnis" sei der Mann am Donnerstag zu weiteren drei Jahren Haft verurteilt worden, sagte Klein und bezog sich dabei auf Informationen der deutschen Botschaft in Jaunde.

Ursprünglich hatten die Behörden in Kamerun dem Erlanger vorgeworfen, bei seinem Besuch in Jaunde "verdächtige Fotoaufnahmen" gemacht und regimekritische Literatur bei sich gehabt zu haben, sagten Klein und Stamm-Fibich. Außerdem werfen ihm Behörden in Kamerun vor, er habe im Januar in Berlin an Protesten vor der Kameruner Botschaft teilgenommen, wie Stamm-Fibich sagte. Ein Sprecher des Unterstützerkreises betonte jedoch, der 41-Jährige sei an dem Tag gar nicht in Berlin gewesen.

Nach Angaben seiner Frau wurde ihr Mann Opfer einer Verhaftungswelle, die nach der Wiederwahl von Kameruns Präsident Paul Biya Anfang des Jahres begonnen habe. Dabei war auch der Oppositionskandidat Maurice Kamto verhaftet worden. In einer von ihr initiierten Online-Petition an das Auswärtige Amt hatten bis Freitag rund 65 000 Menschen für die Freilassung des Mannes unterschrieben.

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