Empfindliche Niederlagen für die CSU: Hier haben die Freien Wähler dazugewonnen

Erfolg für die Freien Wähler bei den Landrats- und Oberbürgermeister-Stichwahlen in Bayern: Die Partei von Hubert Aiwanger konnte die Zahl ihrer Chefposten bei den Kommunalwahlen steigern - und der in Bayern dominanten CSU einige der prestigeträchtigen Ämter abjagen.
Unter anderem gewannen die jeweiligen Freie-Wähler-Kandidaten die Stichwahlen in den Landkreisen Kelheim, Donau-Ries und Berchtesgadener Land, teilweise - wie in Kelheim - gegen langjährige Amtsinhaber.
Und: Im oberpfälzischen Amberg nahmen die Freien Wähler der CSU den Chefposten im Rathaus ab. Ebenso im schwäbischen Kempten.
Mit 22 Stimmen gegen die CSU gewonnen
Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 22 Stimmen hat Marc Sturm von den Freien Wählern im Landkreis Aichach-Friedberg das Rennen gegen seinen CSU-Konkurrenten Peter Tomaschko entschieden. Beide Kandidaten erhielten bei der Landratswahl nach dem vorläufigen Endergebnis je 50 Prozent der Stimmen – doch unter dem Strich lag Sturm mit 27.300 Ja-Kreuzen ganz knapp vorn.
Bisher hatten die Freien Wähler insgesamt 14 Landrätinnen und Landräte in Bayern gestellt. Ein Zwischenergebnis des Statistischen Landesamts am Abend wies bereits 18 künftige Amtsinhaber für die Freien Wähler aus. Hinzu kommen weitere Gewinner, die für Wählergruppen antraten - die die Freien Wähler beim Zusammenzählen allerdings auch für sich reklamieren.
CSU-Generalsekretär Martin Huber hat die Ergebnisse der Kommunal-Stichwahlen als "sehr durchwachsen" bezeichnet. "Große Erfolge in Nürnberg, Erlangen oder Landshut, Hof und Aschaffenburg, aber auch schmerzhafte Niederlagen", sagte Huber der Deutschen Presse-Agentur. Die ganz unterschiedlichen Wahlergebnisse zeigten, dass die Kommunalwahlen echte Persönlichkeitswahlen seien. Auf einzelne CSU-Niederlagen für mehrere CSU-Amtsinhaber ging Huber nicht ein, sagte aber: "Häufig haben sich bei der Stichwahl alle anderen gegen die CSU verbündet."