Drama in Bayern: Traditions-Alpe brennt bis auf die Grundmauern nieder

Als die Feuerwehr am Einsatzort ankommt, ist die Alpe Mohr im Oberallgäu schon nicht mehr zu retten. Das beliebte Ausflugsziel brennt bis auf die Grundmauern ab. Jetzt ermittelt die Kripo.
Natalie Kettinger
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Als die Feuerwehr eintrifft, schlagen die Flammen bereits aus dem Dach der Alm.
Als die Feuerwehr eintrifft, schlagen die Flammen bereits aus dem Dach der Alm. © Lisa Willert

Am kommenden Sonntag war eine Bergmesse geplant, Mitte September ein Viehscheid und vier Wochen später ein Oktoberfest. Doch all das wird es auf der Alpe Mohr in Kalzhofen bei Oberstaufen nicht mehr geben.
Die mehr als 110 Jahre alte Berghütte im Oberallgäu ist in der Nacht zum Montag bis auf die Grundmauern abgebrannt.
Verletzt wurde niemand. Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden jedoch auf mehrere Millionen Euro – und die Kripo ermittelt.

Als die Flammen aus dem Dach schlagen, ist der Feuerschein kilometerweit zu sehen

Auf der Homepage der Alpe werben die Wirte noch mit Weißwürsten, Kasspatzen, Wurstsalat, Kaiserschmarrn und Hirschbier. In der Sommersaison sei "täglich geöffnet, egal, ob es regnet, stürmt oder schneit“, heißt es dort. In den sozialen Medien sind Fotos von fröhlichen Gästen und Mitarbeitern zu sehen. Bei den Google-Rezensionen steht mittlerweile jedoch: "dauerhaft geschlossen“.

Ein Landwirt bringt Löschwasser für die Feuerwehr.
Ein Landwirt bringt Löschwasser für die Feuerwehr. © Lisa Willert

Der Brand war gegen 23 Uhr am Sonntagabend ausgebrochen, der Feuerschein kilometerweit zu sehen. Laut einem Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West alarmierte ein Zeuge die Feuerwehr. Als diese eintraf, war das historische Gebäude schon nicht mehr zu retten.

Landwirte helfen bei der Versorgung mit Löschwasser


Aufgrund der schnellen Brandausbreitung und der schwierigen Löschwasserversorgung auf knapp 1000 Metern Höhe habe man umliegende Landwirte kontaktiert, um die Wasserversorgung per Pendelverkehr zu gewährleisten, heißt es von der Feuerwehr Oberstaufen. Erst nach zwölf Stunden sei der Einsatz beendet gewesen. Im Laufe des Montags musste jedoch mehrmals kontrolliert werden, ob sich neue Glutnester gebildet haben.

"Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen"


Immerhin: Die Einsatzkräfte konnten verhindern, dass die Flammen auf den Bergwald übergriffen – außerdem wurde niemand verletzt, weil die Berghütte zum Unglückszeitpunkt bereits geschlossen war.

Noch ist unklar, was den verheerenden Großbrand ausgelöst hat. Die Kriminalpolizei Kempten hat die Ermittlungen übernommen. "Sie laufen in alle Richtungen“, so der Präsidiums-Sprecher zur AZ.

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