Doch das gute Wetter in Bayern hat auch Schattenseiten

Das erste frühlingshafte Wochenende lockt Menschen im Freistaat nach draußen. In Biergärten und Cafés werden unzählige Sonnenanbeter unter freiem Himmel bedient. Doch: In den Alpen gehen Lawinen ab, Autounfälle wegen des Wetters gab es auch.
| Carolin Gißibl, Rebekka Markthaler, Vanessa Materla und Valentin Gensch
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Am Wochenende herrschte herrliches Langlauf-Wetter, wie hier in Garmisch-Partenkirchen.
Angelika Warmuth/dpa Am Wochenende herrschte herrliches Langlauf-Wetter, wie hier in Garmisch-Partenkirchen.

München - Vögel zwitschern, Krokusse sprießen und Menschen genießen: In Bayern hat das frühlingshafte Wetter am Wochenende Millionen Menschen an die frische Luft gezogen, die wegen Hoch "Dorit" außergewöhnlich warm war. In Parks und Cafés reckten Menschen ihre Nasen in die Sonne, die ersten Biergärten füllten Maßkrüge im Minutentakt. In den Wintersportgebieten bildeten sich lange Schlangen vor den Liften. An mehreren Orten gab es wegen der grellen Sonne Unfälle. Zwei Lawinen gingen in Oberbayern ab, eine davon am Spitzingsee.

So richtig fassen konnten viele Menschen die warmen Temperaturen offenbar nicht - in München hatten Spaziergänger noch dicke Winterjacken unterm Arm. Eisdielen freuten sich über erste Schleckermäuler. Biergärten etwa in Bamberg, Würzburg, Regensburg und Augsburg öffneten. In Parks der Landeshauptstadt gingen die ersten Krokusse auf - sie waren ein beliebtes Motiv für Hobby-Fotografen.

In sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram häuften sich Bilder von der Sonne, vom blauen Himmel und von Gesichtern - die sich offensichtlich am Wetter erfreuten.

Bestes Wintersport-Wetter in den Alpen

Viele Wintersportler zog es in die Berge. "Wir haben hervorragende Bedingungen und sind sehr zufrieden", sagte ein Sprecher des Jenner-Skigebiets in Schönau am Königssee (Landkreis Berchtesgadener Land) am Samstag. Am Hausberg in Garmisch-Partenkirchen tummelten sich am Sonntag zahlreiche Skifahrer und Snowboarder auf den Pisten. Von der Zugspitze und zahlreichen weiteren Gipfeln im Freistaat genossen Ausflügler die Weitsicht.

In Bad Hindelang im Allgäu verfolgten Hunderte Zuschauer das historische Schlittenrennen. In dem Ferienort rodelten in Zweierteams 41 Schlitten eine etwa 1.300 Meter lange Piste herunter. Als Show-Einlage fuhren zudem original Hornschlitten den Hang hinunter. Sie waren einst als Arbeitsgeräte von Bergbauern genutzt worden, um Holz und Heu von den Alpen ins Tal zu bringen.

Autounfälle in Bayern wegen gleißender Sonne

Weniger gute Sicht hatten wegen der Sonne mehrere Autofahrer. Wegen der tief stehenden Sonne übersah einer in Großheubach (Landkreis Miltenberg) eine 85-jährige Radfahrerin. Die Frau starb nach Angaben der Polizei am Unfallort. In Oberfranken gab es wegen blendender Sonne drei leichte Auffahrunfälle. Dort blieb es bei Blechschäden.

Eine Lawine aus Nassschnee ging am Samstag im oberbayerischen Spitzinggebiet am Schliersee (Landkreis Miesbach) ab. Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass von der etwa 400 Meter langen, 70 Meter breiten und bis zu sechs Meter hohen Lawine Menschen verschüttet wurden, durchsuchten mehr als 100 Einsatzkräfte die Schneemassen. Nach vier Stunden brachen die Retter ihre Suche ab.

Mit den Temperaturen steigt die Lawinenwarnstufe

Am Kälberstein nahe Bischofswiesen im Landkreis Berchtesgadener Land beschädigte eine Lawine eine Skisprungschanze. Der Schnee war nach Angaben des Bayerischen Roten Kreuzes auf dem Anlauf der Schanze ins Rutschen geraten. Beschädigt wurde die Holzkonstruktion des Schanzentisches. Feuerwehr und Bergwacht schaufelten von Hand den Schnee runter. Die Schadenshöhe war zunächst unbekannt.

Der Lawinenwarndienst Bayern bezeichnete die Gefahr als mäßig (Stufe zwei von fünf). Die Experten wiesen Tourengeher in den kommenden Tagen auf die zunehmende Gefahr von Lawinenabgängen mit steigenden Temperaturen im Tagesverlauf hin.

Bis zu 14 Grad am Montag

Nach dem für Februar ungewöhnlich warmen Wochenende beginnt auch die kommende Woche mit frühlingshaften Temperaturen. Für Montag werden Höchstwerte bis zu 14 Grad erwartet, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Sonntag. Am Dienstag bringen Wolkenfelder aus dem Westen vereinzelt leichten Regen. Bis zum Wochenende wechseln sich Sonne und Wolken ab, am Freitag kann es örtlich auch regnen. Am kommenden Wochenende soll aber der Frühling wieder zurückkehren: Viel Sonne sorgt für bestes Wintersport-Wetter.

"Wer das Wochenende nutzt, um in den Mittelgebirgen oder den Alpen Ski zu fahren oder sonstigem Wintersport nachzugehen, der sollte an den Sonnenschutz denken", erinnerte der DWD. Schutz sei wichtig, da die Sonne schon wieder höher am Himmel stehe und länger scheine. Sonnenbrand und Schneeblindheit könnten die Folgen sein. Man sollte daher eine leichte Sonnencreme und eine geeignete UV-absorbierende Sonnenbrille im Gepäck haben, empfahl der Wetterdienst.

Alle Infos rund ums Wetter in Bayern finden Sie auf unserer Wetter-Seite

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